Seit letztem Jahr ist klar, das Schloss veranstaltet wieder ein Highland-Game. Zack, das Wochenende im Kalender notiert und endlich ist es soweit. Damit ich nicht stundenlang an der Kasse anstehen muss, wähle ich meine Anreiseuhrzeit so, dass der größte Ansturm vorbei ist.
Und tatsächlich stellt der Einlass kein Hinderniss dar. Es sind schon 17.000 Menschen vor mir durchs Tor gelaufen, aber später erfahren wir, dass es insgesamt über 20.000 werden. Dazu Sonne und 29°C.
Der zeitliche Ablauf der vielen Attraktivitäten ist etwas verworren, da ist meine Version schon etwas übersichtlicher. Trotzdem fällt es leicht, auf sportliche zehntausend Schritte zu kommen, wenn man sich nicht am Bierwagen festhält, sondern alle Stationen regelmäßig abklappert. Dieses Jahr halte ich mich meistens auf der Wiese auf.
Baumstämme werfen, Holzfässer rollen, Holzkoffer schleppen, Strohsack über Stange schleudern, Steinkugeln anheben, Kreuzheben, Steinweitwurf, Hammerwerfen und Slalom mit geschultertem Baumstamm sind einige Disziplinen. Es geht um Kraft und Geschicklichkeit.
Entspannter geht es bei den Ausstellern zu: hier gibt es Schottenröcke, Anstecker, Holzmöbel, Schmuck, Schmiedekunst, Sonnenbrillen, T-Shirts und mehr zu entdecken.
Nebenher sind die Pipes and Drums entweder beim Warmup, oder befinden sich in einer Bewertungsrunde vor Schiedsrichter. Nur die besten besteigen das Siegertreppchen und es kann nur einen geben. Achwas, das war ja eine andere Geschichte.
Spannend wird es beim Schäfer: für die Schafe ist der Schäfer das Übel, aber der Hund ist ein noch größeres Übel! Deshalb kann der Schäfer seine Schafe anlocken. indem er Hundekommandos brüllt, ohne den Hund beim Mittagsschlaf zu stören. Beim zweiten Versuch haben die Wollknäuel auf vier Beinchen die Veräppelung durchschaut und fallen nicht mehr darauf herein. Jetzt muss ein richtiger Hund her. Schon faszinierend, wie gut er auf die Kommandos hört. Selbst Pfiffe aus einem kleinen Pfeifchen kann er korrekt interpretieren. Für mich hört sich alles gleich an.
Die sportlichen Stationen sind nicht zu jeder Zeit besetzt, bieten sich aber trotzdem für ein paar Schnappschüsse an.
Langsam bricht die Dunkelheit über den Park und die einzelnen Verkaufsstände sind bunt beleuchtet. Essen und Trinken ist immer gut belagert, nur die Anzahl der Menschen wird langsam geringer. Zumindest die Kleinsten werden ins Bett gebracht.
Auf der großen Bühne wird Livemusik geboten, tagsüber konnten hier schottische Tänze und irischer Stepptanz bewundert werden. Aber gegen Livemusik hat das Herumgehobse keine Chance.
Am Sonntag können sich die Musiker nicht mehr in ihrer Gruppe verstecken, es gilt, das Lied fehlerfrei als Solist zu präsentieren. Ich erkenne leider nur zwei Lieder: das bekannte schottische Lied und das unbekannte. Wobei sich die vielen unbekannten Lieder sehr ähnlich sind.
Ein kurzer Blick auf die Hochlandrinder und Lamas, vorbei an den Clans und zurück zum Schloss, hier versuchen sich die Musizierenden an fröhlicher Frühschoppenmusik. Zumindest das Wetter kennt etwas erbarmen und der Backofen ist nur auf 26°C erhitzt. Nachmittags ein paar Regentroppfen, aber da war ich schon weitergezogen...
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20 September 2025
Ich habe einen...
09:00 Einlass
11:30 Uhr großer Einmarsch
Kampfarena
12:00 Uhr Highland-Games der Amateurmannschaften
15:30 Uhr KILT’N’STRONG – Strongman Wettkampf
Große Bühne
12:15 Uhr Tap for Fun
16:30 Uhr Schottische Tänze
17:30 Uhr Pipe-Bands und Siegerehrungen
20:00 Uhr Irish Stew Keltischer Folk-Rock
Kleine Bühne und Bühne Schlosshof
12:00 – 20:00 Uhr
- Golden Bough
- Steve Reeves
- Balisar
- Fairydust
- Irischer Stepptanz
- Schottische Militärtänze
- Scottish Country Dancers
- Doc Taylor and the red haired Girl
Festwiese
13:00 Uhr BAG Pipe-Band-Competition
Tierwiese
13:30 Uhr Falknervorführung
14:15 Uhr Hundeshow
15:00 Uhr Sheep + dogs, Schauschafehüten
15:45 Uhr Falknervorführung
16:30 Uhr Hundeshow
17:15 Uhr Sheep + dogs, Schauschafehüten
Schlossinnenhof
14:00 Uhr Cape Breton Step Dancing
16:00 Uhr Workshop Cape Breton Step Dancing
30 August 2025
Highlandgames in Chemnitz
Schnell stelle ich fest, dass die Chemnitzer Highlandgames nicht mit Trebsen mithalten kann. Wenig teilnehmende Teams, kaum Besucher, viele Stationen verwaist, 1 Bierwagen und 1 Rosterbude.
Die Wettbewerbe stimmen mich dann doch gnädig. Gewichte schleppen, Hammer werfen, Pfeil und Bogen schießen und Axt gegen eine Holzscheibe donnern.
Da ich heute wenig Zeit zur Verfügung habe, bin ich nach einer Stunde durch und mache mich wieder auf den Heimweg. Daheim gönne ich mir noch ein Mittagsschläfchen, die Veranstaltung war einschläfernd und abends will ich fit sein!
21 September 2024
Highland-Games
Letztes Jahr habe ich unheimlich viel Zeit am Einlass verbracht, das passiert mir dieses Jahr nicht noch einmal! Darum fahre ich erst um elf Uhr los in Richtung Trebsen. Die große Wiese direkt an der Mulde, die normalerweise als Parkplatz dient, will ich nicht ansteuern. Es könnte ein Hochwasser vorbei schwebbern und dann kostet es auch noch Geld. Da kommt der Schwabe durch und ich habe daheim schon die Umgebung mit Hilfe Streetview durchsucht. Und ich bin fündig geworden. Beim Friedhof abbiegen, den Kindergarten links liegen lassen und hinterfahren bis zu den Teichen. Es steht zwar schon ein Wohnmobil, aber das stört mich nicht.
Sieben Menschen teilen sich vier Kassen. Das ist ein guter Start und wenige Augenblicke später durchquere ich den Park. Da ich schon mehrmals das Spektakel besucht habe, laufe ich zielstrebig zur Sportarena. Hier werden Steine geworfen, Bierfässer gerollt, Baumstämme getragen, Heusäcke über Stangen geworfen und Fußbälle aus Stein mit 110kg Gewicht geschleppt. Es kann so einfach sein! Die meisten Kämpfenden tragen Röcke, doch es sind auch ein paar starke Mädels darunter. Seitdem das Geschlecht beliebig gewechselt werden kann, fühlen sie sich bestimmt als Hochstapler*Innen.
Nachdem ich mich sportlich satt gesehen habe, mache ich mich auf eine Runde entlang der Buden. Hier gibt es Rosterbräterei, Zuckerwattestand, Schmied mit offenem Feuer und harten Hammerschlägen, Bierbude, Haggis und mehr, Whiskyverkostung, Eselreiten, Geschirr aus Holz, glitzender Schmuck für Hand, Hals und Ohr, WC, noch ein Bierstand, ein Fischwagen, Eis in vielen Farben, Falkner mit Raubvögel, schottische Hochlandrinder zum Begaffen, eine Hundeschulewerbeshow, Kinderkarussel und eine Hanfbäckerei.
Musikalisch wird einiges geboten: die schottischen Pipe-Bands, Folk-Rock auf der großen Bühne, Irischer Stepptanz, schottische Tänze und für die kleineren Musikmachenden gibt es noch die kleine Bühne. Dazu vermengt sich noch die Musik der Fahrgeschäfte und die Kommentierung der Wettkämpfe. Auch Hundegebell und Kindergebrülle ist ein fester Bestandteil der Geräuschkulisse.
Es gibt extra ein Zelt für Interessierte, die mal Dudelsack spielen wollen. Ein erkennbares Lied ist aber zu viel verlangt, die meisten sind froh, wenn irgendein Ton das Instrument verlässt. Oder sie posen für Insta und ähnliches. Der Schein ist soooo wichtig! Im Nachbarzelt werden die Instrumente warmgespielt. Mit einem einfachen Stimmgerät wird jede Pfeife überprüft und gegebenenfalls die Tonhöhe korrigiert. Die Kapelle will ihre Lieder perfekt darbieten. Und schon sammeln sie sich vor der Arena, ein kurzes Gebrüll vom Chef und schon setzt sich der Pulk im Gleichschritt in Bewegung. Neugierig beäugt von vielen Zuschauern. Den Schiedsrichter entgeht keine Kleinigkeit: ein schiefer Kragen, Dreck am Schuh, ein falscher Ton, ein Trommelschlag an der falschen Stelle, alles führt zu Punktabzug!
Ich bin froh, dass ich meine 360°-Kamera dabei habe. Denn ich befestige sie an einer Teleskopstange und habe damit einen erhöhten Blick aufs Geschehen. Das Fußvolk kloppt sich um die besten Bilder und Videos, die in den seltensten Fällen nochmals angesehen werden. Vielleicht gönne ich mir mal eine neue Kamera mit höherer Auflösung. Es lohnt sich auf jeden Fall.
Um dem Trubel etwas zu entfliehen, schaue ich ein paar Minuten über die Schlossmauer auf die Mulde und ein paar Kühe, die sich gemütlich schmatzend auf der Wiese aufhalten. Ich fühle mich beinahe wie Zuhause mit Blick auf meine Wiese.
Im Innenhof gibt es Kaffee und Kuchen, eine Band auf der Bühne und ein paar tanzende Paare. Im Schatten des Schlosses sind Biertischgarnituren aufgestellt. Auch hier wird stetig in sich rein gefuttert. Eigentlich sind die meisten nur zum fressen und saufen gekommen, wie ein Mittelaltermensch dazu sagen würde. Von der kleinen Bühne höre ich Soundfragmente, erkenne aber die Lieder nicht. Dazu hängt der Duft der Garküchen und Grillstände in der Luft.
Gegen Abend sind die Wettkämpfe beendet. Die Kapellen sammeln sich. Das Publikum bildet eine Rettungsgasse bis vor zur Hauptbühne. Und schon geht es los: Alle Kapellen spielen ein gemeinsames Lied. Für mich nicht ungewohnt, denn bei den Schalmeien verlief das ähnlich. Auch hier waren die Trommler und Pauker am Ende des Zuges. Problem: an der Spitze der Musikkarawane sind sie kaum zu hören. So findet jeder seinen eigenen Rhythmus ;)
Auf der Bühne werden die Sieger der einzelnen Wettkämpfe aufgerufen. Und am Ende erklingt nochmals ein Monsterkonzert mit allen Musikerinnen und Musiker. Bombastisch! Der offizielle Teil ist somit beinahe beendet, es folgt noch Folk-Rock auf der Bühne. Die Bierstände haben natürlich geöffnet, auf dem Grill wird es langsam übersichtlich. Ich lausche ein paar Lieder und mache mich dann auf die Suche meines Hybrids...
17 September 2023
Highland-Games
Nach einer Stunde Fahrt erreiche ich Trebsen und werde auf den Parkplatz geleitet. Eigentlich handelt es sich um eine Wiese, doch sie bietet Platz für viele Fahrzeuge. Bei der Einfahrt regeln ein paar Kinder die Zufahrt und geben den Hinweis, dass sie gerne ein Trinkgeld nehmen. Das lass ich mir doch nicht zweimal sagen, denn Kinderarbeit muss sich doch lohnen! Schnell wechseln zwei Euro den Besitzer und weiter geht es. Die nächsten Wegelagerer sind älter und betteln nicht nach einer Spende, sondern fordern 1 Euro pro Autoreifen. Aber zumindest erhalte ich ein sonniges Plätzchen :D
Bei der Kasse werden nochmals 15€ für die Highland-Games fällig. Das Bier kostet 4€ und WC 50Cent. Damit bin ich mit den Preisen durch. Essen gibt es warmes und kaltes: Eis, Softeis, Krapfen, Roster, Steaks, Häggis, Fish+Chips, Langos, Burger, Pommes, Wildschwein, Salami, Zuckerwatte,...
Musikalisch gibt es Livemusik von Dudelsack und Trommel mit schottischen Liedern, Liveband mit Bass, Gitarre, Schlagzeug, Geige und Gesang, Alleinunterhalterin und auch von der Konserve, bei den irischen Stepp- und schottischen Tänzen.
Neben Schauschafhüten und Falknervorführung begeistern mich die sportlichen Leistungen in der Kampfarena. Baumstämme werfen oder Gewichthochwerfen. Die einzelnen Disziplinen dauern aber bei den Profis echt lange, da werde ich nächstes Mal wieder den Samstag wählen: bei den Amateuren ist die Anzahl der Mannschaften höher und es unterschiedlichere Aufgaben gemeistert werden. Auch ist samstags der Pipe-Bands-Battle.
Nach 16 Uhr fangen die ersten Stände und Verkaufsbuden mit dem Abbau an. Das ist als Zuschauer befremdlich. Allerdings haben sich auch schon viele Zuschauer verabschiedet, da das offizielle Programm mit der Siegerehrung gegen 17 Uhr endet. Da wäre mehr drin. Also ab jetzt immer nur samstags!
17 September 2022
Highlandgames in Trebsen
Obwohl de Wettervorhersage tiefe Temperaturen und Regen ankündigen, mache ich mich auf die Socken. Der Veranstalter kann sich das Wetter nicht aussuchen und die Sportler und Musiker ebenso nicht. Und mein Hybrid freut sich über etwas Auslauf. Während der Fahrt erlebe ich den Wechsel zwischen Sonne und Regen. Und ich entdecke nicht nur einen großen Regenbogen am Himmel, sondern auch hinter einem Auto im aufgewirbelten Wasser.
Geparkt wird wieder auf einer großen Wiese neben der Mulde. Allerdings werden 4 Euro für den Standplatz fällig. Naja, Hauptsache, das Auto säuft nicht ab. Der kurze Spaziergang zum Schlosseingang habe ich schnell erledigt und freue mich, dass an der Kasse keine lange Schlange ist. Ich gönne mir das Wochenendticket für 20 Euro (Tageskarte 15 Euro), vielleicht penne ich einfach im Auto. Da ich mich im Gelände gut auskenne, laufe ich schnurstracks zu den Sportlern. Gerade werden zwei Baumstämme mit Griff geschleppt. Die beiden Teile wiegen jeweils 65 Kilogramm und es werden die Runden gezählt. Der Rekord liegt bei sieben Runden. Weiter geht es mit Sackwerfen: einfach den Sack mit einem Stock aufnehmen und über Kopf in die Höhe werfen. Die gespannten Schnüre zeigen die Höhe an. Ähnlich funktioniert auch der Gewichthochwurf. Eine Mannschaftsaufgabe ist das Tragen eines Baumstammes durch den Parkour. Alle fünf Sportler müssen immer die Hand am Stamm haben, sonst droht die Disqualifikation. Die letzte Aufgabe für heute ist es, steinerne Kugeln mit schlappen 100 Kilogramm vom Boden aufzunehmen und auf einen Tisch ablegen.
Baumstammwerfen sieht einfach aus, aber nicht alle können einen gültigen Versuch zeigen. Der Stamm wird aufgenommen, ausbalanciert, ein kleiner Anlauf und Stamm nach vorn fallen lassen. Ein letzter Schubs gibt den gewünschten Drehimpuls, denn es geht nicht um Weite oder Höhe, sondern es muss eine komplette Drehung hingelgt werden.
Genug gesehen, ich schlendere durch den Park. Essen, Trinken, Handwerker und Verkaufsstände. Es wird viel geboten. Soll ich mir vielleicht ein Röckchen zulegen? Oder ein Trinkhorn? Doch lieber ein Messer? Ich kann mich gar nicht entscheiden...
Die Tiere werden nicht nur über offenem Feuer gegrillt, sondern können auch hautnah und lebendig erlebt werden. Für die Kleinen bietet sich das Ponyreiten an, es stehen aber auch Pferde zur Auswahl. Die schottischen Hochlandrinder lassen sie Gras und Wasser schmecken, Bei der Hundeshow wird gezeigt, dass Hunde auch folgen können. Erstaunlich! Und sie haben auch ein natürliches Talent beim Schafe hüten. Ein paar Pfiffe und Befehle vom Schäfer genügen. Eine Falknershow gab es auch zu bestaunen, das habe ich aber verpasst.

Obwohl die Parkanlage riesig ist, entstehen überall Gedränge und Schlangen. Besonders natürlich bei Essen und Trinken. Einige sind bestimmt nur deshalb da... Andere sitzen oder stehen die komplette Veranstaltung und rauben den dahinter stehenden Menschen die Sicht. Ich bin da beweglich unterwegs und erwandere mir mehr als 10km.
Geparkt wird wieder auf einer großen Wiese neben der Mulde. Allerdings werden 4 Euro für den Standplatz fällig. Naja, Hauptsache, das Auto säuft nicht ab. Der kurze Spaziergang zum Schlosseingang habe ich schnell erledigt und freue mich, dass an der Kasse keine lange Schlange ist. Ich gönne mir das Wochenendticket für 20 Euro (Tageskarte 15 Euro), vielleicht penne ich einfach im Auto. Da ich mich im Gelände gut auskenne, laufe ich schnurstracks zu den Sportlern. Gerade werden zwei Baumstämme mit Griff geschleppt. Die beiden Teile wiegen jeweils 65 Kilogramm und es werden die Runden gezählt. Der Rekord liegt bei sieben Runden. Weiter geht es mit Sackwerfen: einfach den Sack mit einem Stock aufnehmen und über Kopf in die Höhe werfen. Die gespannten Schnüre zeigen die Höhe an. Ähnlich funktioniert auch der Gewichthochwurf. Eine Mannschaftsaufgabe ist das Tragen eines Baumstammes durch den Parkour. Alle fünf Sportler müssen immer die Hand am Stamm haben, sonst droht die Disqualifikation. Die letzte Aufgabe für heute ist es, steinerne Kugeln mit schlappen 100 Kilogramm vom Boden aufzunehmen und auf einen Tisch ablegen.
Baumstammwerfen sieht einfach aus, aber nicht alle können einen gültigen Versuch zeigen. Der Stamm wird aufgenommen, ausbalanciert, ein kleiner Anlauf und Stamm nach vorn fallen lassen. Ein letzter Schubs gibt den gewünschten Drehimpuls, denn es geht nicht um Weite oder Höhe, sondern es muss eine komplette Drehung hingelgt werden.
Genug gesehen, ich schlendere durch den Park. Essen, Trinken, Handwerker und Verkaufsstände. Es wird viel geboten. Soll ich mir vielleicht ein Röckchen zulegen? Oder ein Trinkhorn? Doch lieber ein Messer? Ich kann mich gar nicht entscheiden...
Die Tiere werden nicht nur über offenem Feuer gegrillt, sondern können auch hautnah und lebendig erlebt werden. Für die Kleinen bietet sich das Ponyreiten an, es stehen aber auch Pferde zur Auswahl. Die schottischen Hochlandrinder lassen sie Gras und Wasser schmecken, Bei der Hundeshow wird gezeigt, dass Hunde auch folgen können. Erstaunlich! Und sie haben auch ein natürliches Talent beim Schafe hüten. Ein paar Pfiffe und Befehle vom Schäfer genügen. Eine Falknershow gab es auch zu bestaunen, das habe ich aber verpasst.

Die vielen Flaschen beim Whiskeystand locken zu einem Zwischenstopp, aber ich bin mir noch unsicher, ob ich in Trebsen übernachte oder doch noch heimfahre. Somit bleibt es beim Foto. Auf der Karte suche ich die Destillerie, die wir in Glasgow angeschaut haben, kann sie aber nicht entdecken.
Zu einem Highlandgame gehört natürlich auch die Musik1 BAG Pipe-Band-Competition mit vielen Bands. Um die Instrumente warm zu spielen, ertönen aus vielen Zelten die schottischen Dudelsackklänge. Dann geht es los: Aufstellung zum Einmarsch, das Schiedsgericht legt sich auf die Lauer. Bewertet werden die Schwierigkeit der Lieder und der gemeinsame Antritt und Stopp der Kapelle. Die Kleidung und die Anzahl der Musikanten geht nicht in die Wertung ein.
In der Mitte der von Zuschauern umringten Rasenfläche sind zwei Kreise zur Orientierung eingezeichnet. Darin versammeln sich die Musiker und stehen nicht einheitlich in eine Blickrichtung schauend, sondern orientieren sich zum Beispiel durch Blickkontakt mit den Drummern. Etwas ungewohnt, aber es geht ja um die Qualität und nicht um das drumherum.
Eine Bühne befindet sich auf der großen Wiese und eine kleinere vorne am Schloss. Hier wird schon mal irische Musik gespielt und dazu das Tanzbein gesteppt. Einmarsch der Pipes'n'Drums zum gemeinsamen Spielen und Siegerehrung der Pipe-Bands.
Der Schlossinnenhof lädt zum Knipsen ein, denn die Blätter des Efeu sind im kräftigen Weinrot gehalten. Der Herbst naht mit großen Schritten!. Ansonsten gibt es hier wenig zu bestaunen, außer langen Schlangen vor den WCs.
Und zur Übersicht nochmals der...
Und noch ein offizielles Kurzvideo:
03 Februar 2018
Winter-Highland-Games
Rund um den Adelsbergturm sind die Clans schon fleißig am kämpfen! Die Disziplinen sind alle bodenständig, nämlich Nägel einschlagen, Holz spalten, Fässer schleppen, Hammerwerfen, Bierkrugstemmen und Baumstammwerfen.
Wer keine Lust hat, sein Feuerholz selber klein zu hacken, für den bietet so ein Event eine tolle Möglichkeit, das andere erledigen zu lassen. Allerdings sollte dann die Qualität der Axt stimmen. Ein Kämpfer macht während der wilden Holzspalterei gleich noch Kleinholz aus der Axt. Der Stiel bricht ab, das Eisenteil fliegt unkontrolliert durch die Luft, verletzt zum Glück niemand.
Die Zimmermannsnägel sind ordentlich in regelmäßigem Abstand im Stamm fixiert. Nun wird mit roher Gewalt darauf eingeschlagen, dass zum Teil sogar die Funken fliegen. Mit der richtigen Technik ist so ein Nagel schnell versengt, allerdings sind auch weniger geübte Teilnehmer am Start, da kann es dann schon etwas länger dauern.
Das Bierfass ist nach dem Wettbewerb bestimmt nicht mehr genießbar, oder ist es vielleicht sogar ein Preis? Keine Ahnung. Auf jeden Fall gilt es im Slalom bergab um die bunten Hütchen zu laufen. An der letzten Markierung eine komplette Drehung und in gerade Linie wieder zurück zu Start und Ziel. Hier übernimmt das nächste Clanmitglied, bis alle gelaufen sind.
Zwei Maßkrüge gefüllt mit Wasser müssen auf Schulterhöhe gehalten werden. Die besten bringen hier drei bis vier Minuten auf die Stoppuhr. Allerdings möchte ich mir gar nicht vorstellen, wie es den Sportlern am nächsten Tag ergeht. Das muss einfach Muskelkater hervorrufen!
Beim Hammerwerfen kann ich einmal ganz genau beobachten, wie so ein Hammer immer mehr auf mich zufliegt. Ich befinde mich zwar nicht direkt an der Absperrung, aber dem Hammer ist das eh egal und fliegt beharrlich auch mich zu. Doch die letzten Meter verliert er immer mehr an Höhe und schlägt vor mir ein. Und das Beste ist ja, obwohl er deutlich außerhalb der markierten Fläche gelandet ist, wird er voll gewertet. Ok, ist ja auch nichts passiert... Die norwegischen Regeln sind da etwas locker...
17 Juni 2017
3. Wechselbürger Highland Games
Bei der Schalmeienzunft habe ich zufällig das Event gefunden, das spontan mein Interesse weckt. Schnell finde ich die entsprechende Seite und informiere mich über Start und Ablauf der Highland Games.
Die große Kamera geladen und zum Fotographieren bereit, schlendere ich auf dem Arial der Mc Wechselbürger. Der Blick geht auch ängstlich nach oben, denn es wird von fliegenden Gewichten gewarnt. Doch so schlimm ist es dann auch nicht, bis auf einen kleinen Baumstammeinschlag und eine Steinkugel, die über den Zaun in den Zuschauerbereich fällt, passiert nichts tragisches.
Hinter dem Holzschild ist der Wettkampf Sheaf Toss in Aktion: ein 5kg schwerer Heusack wird rücklings mit einer Mistgabel über die gespannten Wäscheleinen geworfen. Je höher desto mehr Punkte können gesammelt werden.
Die Strohscheibe dient als Ziel für Speerwurf und Pfeil und Bogen. Der Speer bzw. der Pfeil muss im Ziel stecken, dann zählen die Punkte.
Musikalisch darf ein Dudelsackspieler nicht fehlen!
Beim Farmers Walk werden zwei 40kg schwere Holzstämme über eine festgelegte Distanz geschleppt. Hier geht es auf Zeit! Nach der halben Distanz werden die handlichen Gewichte abgelegt und es folgt Stone Of Manhood: ein großer runder Stein muss auf ein Podest gewuchtet werden. Ist das geschafft, geht es mit den Holzstämmen wieder zurück zum Start.
Dem Gesichtsausdruck ist zu entnehmen, dass der Stein einiges auf die Waage bringt. Trotzdem hat es ein Athlet geschafft, den Stein nicht korrekt auf dem Tisch abzulegen, sondern hat den Stein kurzerhand über den Zaun katapultiert. Die Zuschauer wollten ihn zurückreichen, doch sie konnten ihn nicht einmal bewegen :)
Die Wettkämpfe von links nach rechts:
Weight For Height, Gewichthochwurf mit 20-25kg,
Scottish Hammer, Stielhammer mit 10kg,
Putting The Stone, Steinstossen mit zwei unterschiedlich großen Steinen,
Sheaf Toss, Heusack mit 5kg rückwärts über gespannte Schnüre werfen
Beim Gewichtweitwurf Weight for Distance hängt eine 12kg schwere Eisenkugel an einer Kette. Die meisten Sportler drehen sich zwei bis dreimal im Kreis um eine große Weite zu erreichen.
Der LKW-Reifen muss am Start aufgestellt werden. Anschließend ein paar Meter rollen bis zum Strohballen und wieder zurück. Das Gewicht habe ich leider nicht mitbekommen. Es gab aber auch noch einen Strohballen mit 180kg, der bei den Männern zum Einsatz kam.
Eine alte 200kg schwere Kette liegt auf dem Boden und muss mit einem Seil über ein paar Meter gezogen werden. Was so einfach erklärt werden kann, erfordert von den Athleten dennoch Höchstleistungen. Doch mehr oder weniger schnell ist diese Aufgabe gemeistert.
Wer genau hinschaut kann den fliegenden Baumstamm sehen! Er ist über 4m lang und wiegt über 40kg. Beim Tossing the Caber, also dem Baumstammüberschlag nimmt der Sportler den Baum auf, lässt den Stamm nach vorne kippen und setzt sich selber auch in Bewegung. Beim richtigen Winkel reißt er die Arme die den Stamm umklammern schnell nach oben, damit der Baumstamm eine Drehbewegung erhält. Falls alles funktioniert, sollte der Baumstamm mit dem Ende auf den Boden aufkommen und sich noch weg vom Werfer legen. Die Animation zeigt einen gültigen Wurf mit voller Punktzahl:
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