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12 Januar 2019

Winterzelten



Nachdem das Wintertreffen der Biker auf Schloss Augustusburg wegen Schnee abgesagt wurde, ist der Entschluss schnell gefasst: es geht zum Winterzelten zur Black Lake Lodge. Die Wiese ist unter 70cm Schnee verschwunden. Deshalb gönne ich mir vor der großen Willkommensrede ein Willkommensbierchen. Und schon hält Ilka ihre kurze Ansprache, wobei die Sicherheitshinweise mehrfach wiederholt werden: der Wald ist tabu! Der schwere Schnee lässt die Äste mehrfach ohne Vorankündigung brechen. Die Straße zwischen Elterlein und Geyer ist eh gesperrt. Selbst das Dixie hat abgesagt. Darum: Iss niemals gelben Schnee!



Vormittags hat eine Schneeschuhtour stattgefunden. Da war ich noch zuhause. Außerdem macht es ohne Schneeschuhe nicht wirklich Spaß, bis zum Knie in Schnee zu versinken. Nachmittags wird eine Wanderung mit den Huskies organisiert. Das ist bestimmt toll, doch ich bin noch mit meinem Zelt beschäftigt.



So mache ich es mir später am Lagerfeuer bequem, lasse mir den Neuschnee ins Gesicht wehen und prüfe die Temperatur des Glühweins. 80 Liter müssen geleert werden! In der Zwischenzeit wird im Zelt fleißig am Abendessen geschnippelt. Zwei riesige Töpfe Gulasch köcheln leise vor sich hin. Als Teller verwenden wir stilecht Hundenäpfe. Dazu Glühwein und Bier. Nach dem Abendessen folgen drei Vorträge:

- Wanderung zum Everest Basecamp, Nepal, Südasien
- Paddeln und Geschichten vom Yukon Men, Alaska
- Tierwelt in Botsuana, Africa

Jeder Bericht ist kurzweilig und spannend. Am liebsten würde ich sofort in ein Flugzeug steigen und selber eine schöne Tour machen!



Da mein Schlafsack nicht für diese tiefe Temperaturen empfohlen wird, habe ich kurzerhand meine normale Zudecke von daheim darüber geworfen. So war es von oben angenehm warm. Von unten habe ich die Luftmatraze und darauf eine Gymnastikmatte genommen. Leider war die Luft regelmäßig raus, so bin ich regelmäßig durch die Kälte aufgewacht, schnell die Luftmatraze wieder aufgepumpt und weitergepennt. Für die gemütliche Atmosphäre baumelt die orange Lampe mit Teelicht unterhalb der Zeltdecke. Dieses Mal also ohne Wärmflasche, nicht wie 2016. Vielleicht wähle ich nächstes Winterzelten eine andere Variante für darunter. Die Luftmatrazen scheinen nicht für diese Temperaturen ausgelegt sein...



Sogar die Presse hat fleißig vom Winterzelten berichtet. Die Freie Presse titel mit "Eiskaltes Camping im Erzgebirge". Tag24 formuliert es für die breite Masse: "HUSKY-TOUREN, PARTY-GAUDI: HIER MACHT DER WINTER RICHTIG SPASS!". Die Links werden leider irgendwann auf eine 404-Fehlerseite laufen, die armen Verlage können sich ja keine größere Cloud leisten. Doch das Video der Freien Presse befindet sich hoffentlich für alle Ewigkeiten bei Youtube!



17 Januar 2016

der Sonntag

Meine Wärmflasche strahlt wollige Wärme aus, doch trotzdem kann ich kaum schlafen. Das ist aber immer so, wenn ich nicht im eigenen Bettchen liege. Doch hier beim Winterzelten habe ich leider das Problem, dass mein neues Luftbett undicht ist. Darum pumpe ich viermal Luft nach, denn je näher ich dem Boden komme, umso größer wird die Kälte spürbar. Doch eigentlich ist das keine große Hürde und das Luftbett konnte ich auch am Dienstag ohne Umstände in eine neue Variante tauschen. Gegen halb neun Uhr entscheide ich mich dann doch fürs aufstehen. Ein zaghafter Blick aus dem Zelt bestätigt, es hat kräftig Neuschnee hingeworfen. Doch das stört mich jetzt nicht, ich packe Zelt, Decken und Luftbett und befördere es in den Kofferraum. Ich muss eh alles nochmals im Trockenraum aufbauen, denn Schnee und Eis kann ich nicht abschütteln. Nachdem alles verstaut ist, atme ich tief durch und stapfe zum Versorgungszelt. Super, der Wasserkocher ist heiß und noch halbvoll. Schnell schütte ich das Wasser in den Thermobecher und warte, bis der Schwarztee fertig gezogen hat. Nun sieht alles wieder positiv aus, Wärme breitet sich im ganzen Körper aus, selbst die Füße in meinen eiskalten Schuhen tauen langsam auf... In der Zwischenzeit sind auch die meisten aufgestanden und es herrscht fleißiger Umtrieb. Brötchen, Wurst, Käse, Spiegelei, Kaffee, Tee, Speck, Joghurt und mehr lädt zum Bauch vollschlagen ein. Die letzte Hürde besteht darin, mit dem Auto wieder auf die Hauptstraße zu kommen. Mit ein paar helfenden Händen klappt das auch und mit einem kurzen Wink zurück geht es heim in die Zivilisation.

16 Januar 2016

Fackelzug und Diavorträge

Die Dämmerung verdunkelt erbarmungslos den Zeltplatz. Doch das stört uns nicht. Auch der einsetzende Schnee passt sehr gut zum Winterzelten. Der riesige Topf für das Kesselgulasch steht schon eine Weile auf dem Feuer, doch die Menge ist so groß, dass es noch einige Zeit dauert, bis die 70 hungrigen Münder gestopft werden können. Deshalb brechen wir mit brennenden Fackeln auf, eine kleine Runde durch den Wald zu stapfen. Der Neuschnee ist perfekter Pulverschnee, eine Wohltat nach dem vielen grau der letzten Wochen. Zurück im Lager gibt es endlich was warmes: heißes Wasser oder heißer Glühwein. Das Essen dauert noch, aber nicht mehr lange. Und schon wird die Meute an den Topf gerufen: es gibt Kesselgulasch, Rauchkäse und Roster. Perfekt! Nach dem Essen bietet sich ein warmes Plätzchen am Lagerfeuer an. Oder an der brennenden Tonne. Oder wettergeschützt im offenen Zelt. Hier laufen auch die Vorbereitungen für drei Diavorträge. Ein kurzweiliges Programm! Kurz nach zwölf hole ich mir die Wärmflasche und fülle sie mit kochendem Wasser. Ab damit in den Schlafsack und tatsächlich hatte ich bis morgens um sechs Uhr eine wollige Wärme an den Beinen.

Black Lake Lodge

Die Luft ist erfüllt mit Hundegebell, denn wir zelten zwischen Geyer und Elterlein an der Blake Lake Lodge. Hier befindet sich das einzigste Schlittenhunde-Camp in großem Umkreis. Und die Hunde habe wohl mitbekommen, dass sie heute zum Ausseneinsatz vor den Schlitten gespannt werden. Doch vor dem Vergnügen muss den Tieren noch das Geschirr angelegt werden. Und das machen wir doch gleich mal selber. Ich stehe also in einem langen Gang und bekomme ein Geschirr in die Hand gedrückt. Nun muss das Teil quasi auf links über den rechten Arm gefädelt werden. Nun schnappe sich der Teilnehmer die Hundeschnautze, die er ordentlich festhält. Der Griff soll nicht verhindern, dass der Hund schnappt oder beißt, sondern des er den Kopf wegdreht. Und tatsächlich lässt mein Schlittenhund die Prozedur problemlos über sich ergehen. Nun müssen nur noch die beiden Vorderpfoten eingefädelt werden. Das klappt nicht ganz so gut, da das Hundchen mit den strahlend blauen Augen mich ins Herz geschlossen hat und mich ablecken möchte... Die nächste Hürde besteht darin, die Hunde vom Zwinger bis zum Schlitten zu bringen, ohne dass sie das Weite suchen. Das klappt vorzüglich und endlich kann die Fahrt beginnen. Leider ist das Interesse der Teilnehmer so groß, dass nicht alle in den Genuss kommen, im Schlitten mitzufahren oder sogar hinten als Steuermann zu agieren. Wir haben uns kurz vor der Abfahrt noch mit dem Rudelführer unterhalten und er hat uns noch ein paar Eckdaten erzählt. Zwischen Januar und März ist jedes Wochenende volles Haus, da gibt es Tageskurse für Interessierte. Morgens gegen 10 Uhr startet die Veranstaltung und endet gegen 17 Uhr. Dazwischen erfahren die Teilnehmer einiges an theoretischem Wissen und praktischen Tricks. Und natürlich geht es auch auf die Piste. Der Tag kostet 100 Euro (Stand Januar 2016). Eine Homepage gibt es natürlich auch und zwar hier.

Winterzelten

Endlich ist das Wochenende da und ich habe mich zum Winterzelten angemeldet. Doch bevor es nach Geyer geht, muss ich noch fix einkaufen: die neue Luftmatratze benötigt noch eine spezielle Luftpumpe und etwas zum Essen fehlt auch noch. Unterwegs stelle ich fest, dass das Smartphone noch daheim an der Steckdose hängt. Also gehts nochmal über Los, ziehe aber keine 4000 Euro ein. Nachdem der Tag so gut gestartet ist, verwundert es kaum, dass ich voller Elan die falsche Autobahn wähle. Der Umweg ist aber gering, denn ich wohne verkehrsgünstig. Die Fahrt verläuft anschließend angenehm, außer dass ich mich kurz vor dem Ziel nochmals verfranze. Das Programm geht zum Glück erst um 14 Uhr los. Endlich finde ich die verschneite Wiese mit einigen Zelten darauf. Der Parkplatz ist allerdings gerammelt voll, also parke ich meinen roten Flitzer einfach auf den weißen Acker. Wer denkt jetzt schon an die Heimfahrt?

Bevor ich mein Zelt auspacken kann, drückt mir Maik zuerst einmal ein kaltes Bier in die Hand. Das ist gut, denn mein Wackenzelt habe ich noch nie nüchtern aufgebaut :) Kurz bevor mich die Panik ergreift, stelle ich aber die Flasche in den Schnee und ich widme mich meinem Zelt. Die Heringe versenke ich geschwind im Schnee. Der Boden ist ja hart wie Fels. Und schon hänge ich an der neuen Luftpumpe und die Matratze füllt sich langsam. Über die Matratze lege ich eine Rettungsdecke, darauf eine Tagesdecke, dann der Schlafsack (Wohlfühltemperatur bei +10°C). Doch ich traue meiner Zwiebeltechnik nicht ganz, deshalb habe ich noch Kopfkissen und Bettdecke mitgeschleppt. Kein Problem, mein Auto steht ja wenige Meter neben dem Zelt. Zur Krönung stelle ich noch ein Überraschungsei mittig aufs Kopfkissen. Bissl Kultur muss schon sein!

Veranstalter: Aktivreiseteam
Video: "Zelten für Hartgesottene" bei MDR Sachsenspiegel