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13 November 2022

Kohlenbahn-Radweg

Den Radweg habe ich von Mittelbach schon ein paarmal befahren. Doch ein paar Geocaches entlang der Route lassen die Vermutung dämmern, dass er vielleicht ein Stückchen länger geworden ist. Also strmple ich locker den Berg zum Totenstein hoch, um auf der anderen Seite wieder nach unten in Richtung Wüstenbrand zu rollen.
Kurz nach Sutec soll es nach links rein gehen. Oje, das sieht noch sehr nach Baustelle aus: Bauschild, aufgebuddelte Straße und ein Bagger in Sichtweite. Aber was muss, das muss...
Doch die paar Meter Dreck und Schlamm habe ich schnell hinter mir gelassen. Weiter geht es auf einem guten Weg. Und ich bin beileibe nicht alleine unterwegs. Mal sehen, wie viel Betrieb auf der freigegebenen Strecke ist. Bei Mittelbach bin ich dann doch erstaunt, wie die Streckenführung verläuft. Ein wildes Zickzack lotst mich durch das Gewerbegebiet. So sind die alten Dampfloks damals garantiert nicht gefahren.
In Mittelbach gönne ich mir erstmal ein Frühstück. Gluten-. Laktose- und Alkoholfrei. Gut gestärkt geht es auf die Piste. Hier treffe ich andere Radfahrer, Fußgänger, Skater, Rollerfahrer, E-Biker und natürlich die Rennradfuzzies mit verbissenem Gesicht.
Die Geocacherei läuft gut, würfelt aber meinen Zeitplan über den Haufen. Aber als Einzelkämpfer kann ich mir die Zeit selber einteilen, ein großer Vorteil. Doch endlich erreiche ich Lugau. Hier suche ich noch drei Stadtcaches auf, am Besten hat mir der Cache hoch oben auf der Halde gefallen. Schade, dass die Vegetation keinen Überblick aufs Umland zulässt.
Die Heimfart dauert gerade mal 90 Minuten, ich bin zufrieden. Auch sind mir keine Probleme mit dem Rad aufgefallen. Nur sind die schmalen Reifen nichts für querfeldein. Aber fürs erste reicht es völlig aus.
Tagsüber ist es angenem warm, so stopfe ich meine Jacke in meine Radbox. Ab 15:30 Uhr verliert die Sonne aber merkbar an kraft. Da bin ich doch froh, Mütze und Jacke in Reserve zu haben.

18 April 2022

Ostertour

Die Sonne lacht, deshalb spiele ich nur das nötigste bei den Siedlern. Ich pumpe noch etwas Luft auf die Reifen und schon kann es los gehen! Dieses Mal habe ich auf jeden Fall den Gutschein eingepackt. Wieder fahre ich an der Burg vorbei und schon wieder strömen jung und alt zum Einlass. Damit hat sich das Mittelalter für dieses Jahr erledigt.
Nachdem ich den Gutschein fachgerecht im Briefkasten entsorgt habe, widme ich mich dem weiteren Streckenverlauf. In Reichenbrand fahre ich bei den starken Männern vorbei (Gewichtheben 1. Bundesliga). Und schon bin ich auf dem Weg nach Mittelbach. Der Radweg ist beinahe menschenleer, das hätte ich bei dem tollen Wetter nicht erwartet. Aber das soll keine Beschwerde sein. Ich cruise entspannt in Richtung Lugau, biege aber kurz vor der Stadtgrenze nach rechts.

Ich möchte einen DNF (zu doof, um das Logbuch zu finden) ausmerzen. An der steilen Stelle kurz vor dem Bachlauf kommt mir eine große Gruppe mit allen Schikanen entgegen: Hunde, Kinderwagen, Plappermäuler*innen, lärmende Kinde und schwer schnaufende Rentner. Damit habe ich aber den Rastplatz für mich alleine. Und wieder suche ich an allen möglichen Stellen, das GPS-Signal zeigt mir wie zufällig immer neue Positionen an und die Logbuchleserei macht mich beinahe wahnsinnig. Zumindest gibt es nur die beiden Varianten: "schneller Fund" und "Nicht gefunden". Plötzlich habe ich aber eine kleine Idee und schaue mir die betreffende Stelle genauer an: Bingo! Ein harterkämpfter Smiley mehr auf der Karte!.
Bis Oberlungwitz liegen noch zwei weitere Caches, die ich aber gut finden kann. Eigentlich ist mein Plan bis Hohenstein-Ernstthal weiterzufahren, doch eine Vollscheibe mit Baustellenhinweis verhindert mein Vorhaben. So fahre ich weiter in Richtung Chemnitz, bis ich wieder in Mittelbach angekommen bin. Im Buswartehäuschen setze ich mich auf die Sitzgelegenheit und studiere meine Karte. Keine zwei Minuten später stoppt ein Bus und huppt, da ich nicht sofort reagiere. Ich schüttle den Kopf und zeige auf mein Rad und meinen Radhelm. Und schon verschwindet er in einer schwarzen Dieselrußwolke.
Ich überlasse die Entscheidung über den Heimweg meinem Navi, welches mir tatsächlich eine Strecke vorschlägt, die ich wahrscheinlich nicht gefahren wäre: Mittelbach auf der Dorfstraße, Rabenstein Krankenhaus, ChemBows, Windkraftanlagen und auf dem Goetheweg einen schnellen Kontrollblick, wie weit die Rohrverleger fortgeschritten sind. Das dauert noch, bis sie bei meinem Haus sind. Insgesamt etwas über 40km, mein Verbrauch: 1 Flasche Wasser und einen roten Apfel. Ein perfekter Tag!

17 November 2021

Radeln statt büßen und beten

Dieses Mal treffen wir uns erst um 10 Uhr, da wir nicht mit Bus und Bahn fahren, sondern selber in die Pedale treten wollen. Die Motivation lässt zu wünschen übrig, doch das liegt am Wetter: dunkel, kalt und Nieselregen. Aber ausgemacht ist ausgemacht...
Nachdem wir uns auf Schleichwegen nach Mittelbach durchgekämpft haben, lädt der Kohlenbahn-Radweg mit einem schicken Rastplatz zur ersten Pause ein. Das nutzen wir gerne und es gibt Glühwein aus der Thermoskanne. Schön heiß! Dazu frisch gekauften Cupcake mit Smarteys als Deko.
Ein paar junge Radfahrer in hautengen Taucheranzügen zischen an uns vorbei und grüßen fröhlich. Vielleicht amüsieren sie sich über uns, da ich mit Leuchtjacke und Sicherheitsschuhe auf dem Rad sitze. Und Tobias fährt ein Hollandrad. Wir sind zumindest nicht mit den typischen Rennradfahrern verwechselbar.
In Lugau endet der Radweg, so biegen wir nach links und fahren in Richtung Stollberg weiter. Bei der alten Ziegelei finde ich einen kurzen Moment, um ein paar Fotos zu machen. Weiter geht es in Richtung Pfaffenhain. In Jahnsdorf halten wir für ein paar Minuten, um die alten Flugzeuge zu bestaunen. Über 600km/h konnte der Flieger erreichen. Die Blechverbindungen sind verschraubt, das hat bestimmt ordentlich geklappert.
Der nächste Verpflegungsstopp ist am Wasserschloß Klaffenbach. Hier gibt es aus aktuellem Anlass ein Corona-Bierchen und einen roten Apfel aus eigenem Garten. In Harthau ist die Hauptstraße noch immer gesperrt, so fahren wir wieder die Umleitung. Weiter geht es zum Stadtpark, hier liegen einige mächte Bäume abgeknickt umher. Der letzte Sturm hat auch hier zugeschlagen. Teetime am Rosengarten. Nächstes Ziel: Chemnitztalradweg.
Kaum haben wir die Autobahn überquert, biegen wir nach links ab und fahren durch die Eigenheimsiedlung. Jetzt nur noch durch den Wald und schon befinden wir uns am Chemnitz-Center. Tobias fährt noch ein Stückchen mit, doch dann biegt er ab, um wieder zum Kassberg zu fahren. Ich bin schnell daheim und staune etwas, dass wir über 60km gefahren sind. Ein schöner Tag!

08 August 2021

Mann im Ohr

Für meine Radtour habe ich eine neue Idee: ich lasse mir die Route direkt ins Ohr flüstern. Das klappt ganz gut, allerdings verfahre ich mich trotzdem zwei oder dreimal. Immer wenn an einer Kreuzung keine Ansage kommt, bin ich falsch abgebogen. Aber mit dem Rad ist das kein Problem.
Zuerst wollte ich jedes Ortsschild posten, aber das wären dann doch zu viele: Rabenstein, Grüna, Mittelbach, Ursprung, Erlbach-Kirchberg, Lugau, Gersdorf, Oberlungwitz, Hohenstein-Ernstthal, Wüstenbrand, Pleißa, Limbach-Oberfrohna, Kändler und wieder zurück in Röhrsdorf.
Die Wettervorhersage warnt vor starkem Wind, das könnte der Grund sein, dass relativ wenige draußen unterwegs sind. Ein Hoch auf die Vorhersagen! Meine neue Idee mit den Ohrstöpseln gefällt mir sehr gut, denn ich habe die Hände frei, der Akku hält länger und der Fahrtwind rauscht weniger in den Ohren. Ich habe aber immer zweimal auf den Verkehr geschaut, denn die Aussengeräusche sind etwas gedämpft. Aber das ist nichts neues, denn ich kenne das Problem von meinem Hybrid: den kann auch kaum jemand hören.
Insgesamt eine schöne Runde, inklusive dem ebenen Kohlenbahn-Radweg und danach zur Abwechslung im Erzgebirge öfters mal rauf und runter. Aber spätestens in Pleißa kann ich es laufen lassen: fünfter Gang und maximale Trittfrequenz. Mal sehen, ob ich mal geblitzt werden :D