Die Sonne lacht, deshalb spiele ich nur das nötigste bei den Siedlern. Ich pumpe noch etwas Luft auf die Reifen und schon kann es los gehen! Dieses Mal habe ich auf jeden Fall den Gutschein eingepackt. Wieder fahre ich an der Burg vorbei und schon wieder strömen jung und alt zum Einlass. Damit hat sich das Mittelalter für dieses Jahr erledigt.
Nachdem ich den Gutschein fachgerecht im Briefkasten entsorgt habe, widme ich mich dem weiteren Streckenverlauf. In Reichenbrand fahre ich bei den starken Männern vorbei (Gewichtheben 1. Bundesliga). Und schon bin ich auf dem Weg nach Mittelbach. Der Radweg ist beinahe menschenleer, das hätte ich bei dem tollen Wetter nicht erwartet. Aber das soll keine Beschwerde sein. Ich cruise entspannt in Richtung Lugau, biege aber kurz vor der Stadtgrenze nach rechts.
Ich möchte einen DNF (zu doof, um das Logbuch zu finden) ausmerzen. An der steilen Stelle kurz vor dem Bachlauf kommt mir eine große Gruppe mit allen Schikanen entgegen: Hunde, Kinderwagen, Plappermäuler*innen, lärmende Kinde und schwer schnaufende Rentner. Damit habe ich aber den Rastplatz für mich alleine. Und wieder suche ich an allen möglichen Stellen, das GPS-Signal zeigt mir wie zufällig immer neue Positionen an und die Logbuchleserei macht mich beinahe wahnsinnig. Zumindest gibt es nur die beiden Varianten: "schneller Fund" und "Nicht gefunden". Plötzlich habe ich aber eine kleine Idee und schaue mir die betreffende Stelle genauer an: Bingo! Ein harterkämpfter Smiley mehr auf der Karte!.
Bis Oberlungwitz liegen noch zwei weitere Caches, die ich aber gut finden kann. Eigentlich ist mein Plan bis Hohenstein-Ernstthal weiterzufahren, doch eine Vollscheibe mit Baustellenhinweis verhindert mein Vorhaben. So fahre ich weiter in Richtung Chemnitz, bis ich wieder in Mittelbach angekommen bin. Im Buswartehäuschen setze ich mich auf die Sitzgelegenheit und studiere meine Karte. Keine zwei Minuten später stoppt ein Bus und huppt, da ich nicht sofort reagiere. Ich schüttle den Kopf und zeige auf mein Rad und meinen Radhelm. Und schon verschwindet er in einer schwarzen Dieselrußwolke.
Ich überlasse die Entscheidung über den Heimweg meinem Navi, welches mir tatsächlich eine Strecke vorschlägt, die ich wahrscheinlich nicht gefahren wäre: Mittelbach auf der Dorfstraße, Rabenstein Krankenhaus, ChemBows, Windkraftanlagen und auf dem Goetheweg einen schnellen Kontrollblick, wie weit die Rohrverleger fortgeschritten sind. Das dauert noch, bis sie bei meinem Haus sind. Insgesamt etwas über 40km, mein Verbrauch: 1 Flasche Wasser und einen roten Apfel. Ein perfekter Tag!



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