Ursprünglich war die Neueröffnung der längsten Seilhängebrücke der Welt der Grund, um mal in den Harz zu fahren. Schnell stellen wir aber fest, dass es hier reichlich zu sehen und wandern gibt.
Die Daten der
Seilhängebrücke an der Rappbodetalsperre sind beeindruckend: Länge 483m, 100m über der
Rappbode, 118 Tonnen schwer, Ankerlänge bis 27m, Betrieb bis 50km/h.
Wir haben Glück, die Sonne scheint, am blauen Himmel schweben ein paar weiße Wolken vorbei und die Bäume tragen ein buntes Herbstkleid. Ich habe mich darauf eingestellt, dass die Brücke auf und ab schwingt. Das macht sie aber gar nicht! Sie schwingt nach rechts und links. Nach einigen Metern kann ich mich an die Bewegung gewöhnen und laufe ohne Hilfe des Geländers.
Ein Blick durch die Gitterplatte gibt den Blick auf die Rappbode,Bäume, Wiesen und Straßen frei.
Die ersten Verliebten haben für jeden sichtbar ein Vorhängeschloss am Geländer angebracht. Das einzelne Schloss wiegt nicht viel, aber der Weg ist lang und die Menschen unvernünftig. Mal sehen, wann die ersten Schlösser geknackt werden.
Die
Talsperre ist aber auch nicht zu verachten! Mit einer Höhe von 106m ist sie die höchste Staumauer in Deutschland. Und es führt eine ganz normale Straße inklusiv Gehweg über das Bauwerk. Die Kronenbreite beträgt 12,5m. Die Breite im Fußbereich knapp 80m.
Unterhalb der Seilhängebrücke befindet sich in der Mitte ein Raum, der zur Vorbereitung und Absprung zum
Gigaswing genutzt wird. Ein Pendelsprung mit 75m Seillänge. Nichts für schwache Gemüter und nervöse Mägen. Etwas unspektakulärer ist das
Wallrunning! Einfach mal die Staumauer hinunter laufen.
Für alle, denen es bei der Überquerung nicht so gut geht, wollten wir uns schon einen kleinen Scherz erlauben und das Schild mit dem Notausgang um 90° im Uhrzeigersinn drehen. Aber die Halterung ist stärker als wir. Dann geht es eben doch auf der Brücke bis zum Ende des Gehweges...