Seit letztem Jahr ist klar, das Schloss veranstaltet wieder ein Highland-Game. Zack, das Wochenende im Kalender notiert und endlich ist es soweit. Damit ich nicht stundenlang an der Kasse anstehen muss, wähle ich meine Anreiseuhrzeit so, dass der größte Ansturm vorbei ist.
Und tatsächlich stellt der Einlass kein Hinderniss dar. Es sind schon 17.000 Menschen vor mir durchs Tor gelaufen, aber später erfahren wir, dass es insgesamt über 20.000 werden. Dazu Sonne und 29°C.
Der zeitliche Ablauf der vielen Attraktivitäten ist etwas verworren, da ist meine Version schon etwas übersichtlicher. Trotzdem fällt es leicht, auf sportliche zehntausend Schritte zu kommen, wenn man sich nicht am Bierwagen festhält, sondern alle Stationen regelmäßig abklappert. Dieses Jahr halte ich mich meistens auf der Wiese auf.
Baumstämme werfen, Holzfässer rollen, Holzkoffer schleppen, Strohsack über Stange schleudern, Steinkugeln anheben, Kreuzheben, Steinweitwurf, Hammerwerfen und Slalom mit geschultertem Baumstamm sind einige Disziplinen. Es geht um Kraft und Geschicklichkeit.
Entspannter geht es bei den Ausstellern zu: hier gibt es Schottenröcke, Anstecker, Holzmöbel, Schmuck, Schmiedekunst, Sonnenbrillen, T-Shirts und mehr zu entdecken.
Nebenher sind die Pipes and Drums entweder beim Warmup, oder befinden sich in einer Bewertungsrunde vor Schiedsrichter. Nur die besten besteigen das Siegertreppchen und es kann nur einen geben. Achwas, das war ja eine andere Geschichte.
Spannend wird es beim Schäfer: für die Schafe ist der Schäfer das Übel, aber der Hund ist ein noch größeres Übel! Deshalb kann der Schäfer seine Schafe anlocken. indem er Hundekommandos brüllt, ohne den Hund beim Mittagsschlaf zu stören. Beim zweiten Versuch haben die Wollknäuel auf vier Beinchen die Veräppelung durchschaut und fallen nicht mehr darauf herein. Jetzt muss ein richtiger Hund her. Schon faszinierend, wie gut er auf die Kommandos hört. Selbst Pfiffe aus einem kleinen Pfeifchen kann er korrekt interpretieren. Für mich hört sich alles gleich an.
Die sportlichen Stationen sind nicht zu jeder Zeit besetzt, bieten sich aber trotzdem für ein paar Schnappschüsse an.
Langsam bricht die Dunkelheit über den Park und die einzelnen Verkaufsstände sind bunt beleuchtet. Essen und Trinken ist immer gut belagert, nur die Anzahl der Menschen wird langsam geringer. Zumindest die Kleinsten werden ins Bett gebracht.
Auf der großen Bühne wird Livemusik geboten, tagsüber konnten hier schottische Tänze und irischer Stepptanz bewundert werden. Aber gegen Livemusik hat das Herumgehobse keine Chance.
Am Sonntag können sich die Musiker nicht mehr in ihrer Gruppe verstecken, es gilt, das Lied fehlerfrei als Solist zu präsentieren. Ich erkenne leider nur zwei Lieder: das bekannte schottische Lied und das unbekannte. Wobei sich die vielen unbekannten Lieder sehr ähnlich sind.
Ein kurzer Blick auf die Hochlandrinder und Lamas, vorbei an den Clans und zurück zum Schloss, hier versuchen sich die Musizierenden an fröhlicher Frühschoppenmusik. Zumindest das Wetter kennt etwas erbarmen und der Backofen ist nur auf 26°C erhitzt. Nachmittags ein paar Regentroppfen, aber da war ich schon weitergezogen...











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