19 April 2020

sportliche Outdoorbetätigung



Mühsam schleppe ich mein altes Stahlrad aus dem dunklen Keller in die sonnenüberflutete Freiheit! Jetzt nur noch schnell die Sonnenbrille aufgesetzt und die Radfahrhandschuhe übergeworfen. Ohne Grund im Freien rumstehen ist ja verboten... Also schwinge ich mein rechtes Bein über das Rad und trete in die Pedale. Mein erstes touristisches Ziel liegt im Rabensteiner Wald: stetig nehme ich Stufe um Stufe und habe von der Aussichtsplattform vom Maria-Josefa-Turm einen guten Überblick über meine geplante Tour.



Grüna und Mittelbach verschwinden schnell hinter mir und ich erfreue mich am Radweg, der einer alten Eisenbahnlinie folgt. Keine Steigungen! Weiter geht es über Leukersdorf nach Pfaffenhain. Jahnsdorf streife ich nur das Randgebiet, bestaune aber voller Freude die Schwarzen Felsen, ein Earthcache. Anschließend noch schnell einen kleinen Abstecher zum Fichtelberg. Hier liegt nämlich der kleine Bruder (485m) zum hohen Fichtelberg.



Kurz vor Adorf entdecke ich eine kleine Holzhütte. Sie ist gepflegt, aufgeräumt und frei zugänglich. Kein Graffiti, das wäre in Chemnitz undenkbar. Aber zum Glück sind die Spraydosenkinder allesamt schlecht zu Fuß und würden nie im Leben auf die Idee kommen, sich weiter als bis zur nächsten Bierflasche zu bewegen. Das große Kreuz zeigt dann auch, wer hier verantwortlich ist.



Nur ein paar Meter weiter entdecke ich eine Kinderschaukel und zwei Slacklines. Für die Schaukel bin ich zu groß und alt, aber einem kleinen Balanceakt steht nichts dagegen. Außerdem ist Sonntag... Aber alles geht gut, die beiden Bäume stecken mein Gewicht problemlos weg, selbst das gespannte Band senkt sich nur wenige Zentimeter. Und ich dachte schon, die Stubensitzerei hätte mich schwerer gemacht ;)



Auf der Hauptstraße in Adorf angekommen, habe ich die Wahl nach links oder rechts abzubiegen. Als Chemnitzer ist es klar, es geht nacht rechts... (kleiner Insider). Und damit hat die gemütliche Radlerei ein Ende und ich kämpfe mich schiebend, schwitzend und stöhnend den nicht endend wollenden Weg nach oben. Endlich verlasse ich den rechten Weg und schon ist alles viel schöner! Die Sonne scheint, eine leichte Briese trocknet mein verschwitztes T-Shirt und auf dem Steinberg bin ich mit 530m über NN so ziemlich auf dem höchsten Punkt in meinem 15km Käfig. Jetzt geht es überwiegend nach unten, die Stimmung steigt wieder :D

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