12 Juli 2024

Dunkle Wolken über Frauendorf

Gleich neben Geithain liegt Frauendorf, mein Ziel der heutigen Wanderung. Doch zuerst wandere ich nochmals in die andere Richtung, denn ich habe einen Cache in der Nähe entdeckt. Zufrieden schreibe ich mich ins Logbuch ein und laufe wieder zum Auto. Eigentlich will ich weiterwandern, doch der Himmel ist tiefschwarz, vereinzelt höre ich Donner und die ersten Tropfen klatschen mir ins Gesicht.
Ok, dann also ins Auto. Hier prüfe ich die Wetterapp und wie zu erwarten, mal wieder eine Warnung vor extremen Unwetter. Da gefühlt jeden Tag gewarnt wird, verpufft der gewünschte Effekt, ich stumpfe zumindest immer mehr ab. Doch in der Zwischenzeit läuft der weiße Schimmel aufgeregt auf seinem Grundstück herum, da bleibe ich doch lieber am Auto.
Nach einer halben Stunde hört es auf zu regnen, der Himmel wird schon wieder blau, das Gewitter ist ebenfalls weitergezogen. Also nichts wie raus aus dem Auto, die zehntausend Schritte warten! Achja, ich bin im Challengewahnsinn! Einen Kilometer weiter der nächste Cache und ein paar Regentropfen mehr. Das Smartphone mag keinen Regen, deshalb logge ich aus Versehen einen "nicht gefunden"-Log. Das muss ich daheim korrigieren. Weiter geht es. Nun klettere ich an einem matschigen Steilhang. Abgelatschtes Profil mit Löcher in den Sohlen sind wahrlich fehl am Platz. Aber die guten Sicherheitsschuhe stehen daheim im Trockenen.
Mit jedem Cache regnet es stärker, die Welt verdunkelt sich, nur gelegentlich von Blitzen erhellt. Langsam mache ich mir Gedanken, denn ich kann nirgends einen Unterstand entdecken. Die Straße ist inzwischen zu einem kleinen Bach angeschwollen, aber das macht nun keinen Unterschied mehr, denn ich bin eh komplett nass.
Das Gewitter scheint nicht mehr weit weg zu sein, mal zählen: Blitz... 21... 22... 23... vierundzw... Donner. Ok: 4 Sekunden. Bei 330m/s komme ich somit auf rund 1,4km. Doch so nah! Ich gehe nochmals die Tipps durch: am Sichersten ist es im Auto. Pech, dass das Gewitter zwischen mir und meinem Auto hängt. Also nächster Tipp: Abstand halten zu hohen Bäumen, aber auch keine Freifläche wählen. Alles Mist! Hier am Waldrand sind die Bäume ungefähr in einer Größe, das passt schon. Da ich immer noch von Wasser umspült werde, suche ich mir zumindest eine kleine Erhöhung, damit ich nicht direkt im Wasser stehe. Seid ihr auch so alt und kennt Karate Kid? Dann könnt ihr euch gut vorstellen, wie ich im Wald den Kranich mache. Schade, dass ich keine Fotos gemacht habe, aber das wollte ich meinem Smartphone nicht auch noch zumuten.
Doch nach dem 30. Blitz und Donner lässt das Gewitter auch schon wieder nach und Minuten später scheint schon wieder die Sonne. Ergebnis: ich bin bis auf die Schlüpper nass, der Rucksack ist ebenfalls nicht wasserdicht, aber ich habe noch ein paar Geocaches zu suchen, also weiter in Richtung Preißnitz.

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