Ein kurzer Blick auf die Uhr zeigte schon 9:10 Uhr und Treff war um halb. Nicht viel Zeit für 6km. Also schwang ich mich beherzt auf den Sattel und trat kräftig in die Pedale.
Auf Höhe der Straußenfarm überholte ich einen sportlich angezogenen aber langsam fahrenden älteren Herren. Nachdem ich den kühlen Kändlerschen Wald verlassen hatte, stach die Sonne erbarmungslos auf mich ein und die Steigung der Autobahnüberführung wurde übergroß. 'Die paar Meter kann ich auch laufen', dachte ich mir, sprang beherzt ab und schob mein Fahrrad fröhlich pfeifend den steilen Berg rauf. Plötzlich wurde ich von einem Fahrradfahrer überholt und zu meinem Ärger handelte es sich um den weißhaarigen Mann von vorhin. Er hat dafür bestimmt jahrelang trainiert...
In Hartmannsdorf sprang mir beim Runterschalten in einen kleineren Gang die Kette vom Ritzel. Zum Glück war dieses Problem schnell behoben. Es blieb nur ein öliger Finger. Am Treffpunkt angekommen, spendierte ich meinem Hinterrad erst mal ein paar Liter Luft.
Doch dann ging es los: Der erste Halt war ein Spielplatz im Nachbardorf, anschließend wurde die Höllmühle angepeilt. Da wir über 20 Radler waren, beschlossen wir, sofort zum Wanderweg an der Mulde weiterzufahren. Mein Fahrradöl war schon mehrmals zum Einsatz gekommen im Kampf gegen Quitschgeräusche und schwergängige bewegte Teile.
Die Wege bei der Mulde waren noch etwas matschig. Der Regen hatte zudem die Erde wegerodiert, so blieben nur Steine in verschiedenen Größen. Eine holprige Angelegenheit!
Beim Fotoshooting mit Tina zerstörte diese ihren Kettenschutz aus Plastik. Ein paar Meter weiter war wieder ein Kettenschaden zu vermelden. Ein Rad verlor einen kompletten Treter. Damit weiterzufahren erforderte hohes Geschick!. Zum Glück war die nächste Rast nicht mehr weit.
Die letzten Kilometer verflogen dafür wie im Fluge, denn an der Schleife wurde schon für uns gegrillt und unser geliebter Nachbar lief mit rotem Kopf durch seinen Garten, die tödlichen Blicke immer auf uns fixiert. Mit solchen Nachbarn braucht man keine Feinde...
Beim gemütlichen Abhängen stellte ich fest, dass die anderen alle etwas mitgenommen aussahen, bei mir war das anders: ich hatte den Kopf unter eiskaltes Wasser gehalten:
Auf der Schalmeienseite sind noch weitere Fotos, die Radtour muss auf jeden Fall wiederholt werden. Obwohl alle über diverse Schmerzen klagten :)
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