Das Handy von meinem Vater findet kein Internet. Und selbst nach mehrfachen Telefonaten kommen wir dem Problem nicht auf die Schliche. Kurzerhand lasse ich es mir zuschicken. Als das Paket endlich bei mir eingetroffen ist, öffne ich das Paket. Oh, die PIN steht deutlich auf dem Klebezettel auf der Handyhülle. Danke Mutti ;) Nur gut, dass das Gerät bei mir angekommen ist. Nach dem Start schaue ich mir die Einstellungen an und entdecke sehr schnell, dass Mobile Daten nicht eingeschalten sind. Nachdem ich das geändert habe, erschrecke ich vor der Nachrichtenflut! Ich bekomme deutlich weniger.
Nun räume ich noch in den Apps auf und werfe ein Auge auf den Speicher. Richtig viel Platz ist nicht mehr frei, doch ich habe eine Idee: auf der Speicherkarte sind noch viele Gigabyte frei. Also Kabel rein und an den PC angeschlossen. Die Fotos sind schnell verschoben. Ich bin zufrieden.
Nachdem die Symbole hübsch zusammengeschoben sind, überlege ich mir, das ganze zu schützen. Also einen typen Administratorbefehl gibt es nicht, dazu ist das Android zu alt. Dann suche ich nach Apps und stelle mit erschrecken fest, dass die typischen Kinderüberwachungsapps Funktionen bieten, die ohne Wissen der Kinder eingesetzt werden können: Standort feststellen, Kamera einschalten, Mikrofon einschalten, besuchte Webseiten anzeigen, alles ganz schön kritisch! Darum entscheide ich mich zuletzt für Teamviewer. Hier ist die App durch mich installiert, aber sobald ich eine Fernwartung vornehmen möchte, muss mein Vater die App aktiv öffnen und ein paar Haken setzen und Schaltflächen klicken. Das bekommt er bestimmt hin, wenn wir das gemeinsam üben.
Eigentlich ist die Fernwartung eine tolle Technik, doch ich bin angewiesen, dass das Handy Internet hat. Hier arbeite ich mich von einer Idee zur nächsten. Doch plützlich habe ich die Lösung: anstatt meinem Vater regelmäßig die Symbole zu erläutern, kann ich sie nicht nur in eine andere Reihenfolge bringen, sondern ich kann sie auch ausblenden. BINGO! Er kann jetzt noch Ton, WLAN und Taschenlampe ein- und ausschalten. Dazu gibt es noch Energie sparen und Porträt und Blaufilter. Alles unkritisch.
Keine Schaltfläche für Mobile Daten, Flugmodus, GPS, SYNCH, RFID, Hotspot, Bluetooth und weitere Funktionen. Das wird gut! Immer erreichbar und sogar mit Möglichkeit der Fernwartung. Ich bin sehr zufrieden.
Das Handy ist voll aufgeladen, aber ausgeschalten, als ich es wieder in die Schachtel verpacke. Um das ganze stabil zu machen, klebe ich einen Streifen von Panzertape neben dem nächsten. Bis alles umschlossen ist. Doch bei der Paketannahmestelle erhalte ich den Hinweis, auf ein Problem: Damit der Zoll besser prüfen kann, ist meine Verpackungsvariante unzulässig. Also packen wir alles um. Zum Glück kann ich den Adressaufkleber retten.
Nun müssen wir nur beim Verpacken dafür Sorge tragen, dass ich die Maße für Päckchen einhalte. Sonst kostet es zwei Euro mehr. Vor meinem geistigen Auge schweben meine TEMU-Tüten vorbei: Kein Verpackungsmüll, da die Originalschachteln einfach in eine stabile Plastiktüte geworfen werden. Und dann werden sie über den halben Globus transportiert und ich hatte noch nicht einmal eine Reklamation.
Aber egal, wir nähern uns dem Ende. Zielsicher will ich den Adressaufkleber rechts unten ausrichten, doch die Paketannehmende entreißt mir den Zettel, denn er gehört mittig oben auf das Päckchen. Mein Gott, bin ich alt! Ich kenne noch die Variante, dass der Absender auf die Rückseite gehört. Aber egal, Hauptsache das Handy kommt wohlbehalten bei meinem Vater an.

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen