Pünktlich um 15:30 Uhr stelle ich mein Rad an der Schleife ab. Eine halbe Stunde bis zur geplanten Abfahrtzeit um 16 Uhr reicht locker aus. Deshalb will ich mir noch einen kleinen Snack vom Bäcker holen, doch der Rolladen ist geschlossen. Mit meinem vollen Rucksack will ich nicht in den Discounter, also fällt feste Nahrung aus. Hoffentlich falle ich nicht vom Fleisch!
Langsam wird es dunkel, doch unser Ziel die Jugendherberge in Klingenthal rückt immer näher. Und dann sind wir endlich angekommen. Die Zimmeraufteilung ist schon im Vorfeld durchgeführt worden, so muss jetzt nur noch die richtige Kammer gefunden werden. Die Bettenbezieherei ist schnell erledigt, wenn man es nicht so genau nimmt. Ich war auf jeden Fall schnell fertig. Nun können wir die Leistung der Verköstigungsmaschinerie testen, es gibt Gulasch mit Semmelknödel und Sauerkraut.
Nach dem Abendessen packen die Schalmeien ihre Instrumente aus, denn das gemeinsame Musizieren ist der nächste Tagesordnungspunkt. Da ich als passives Mitglied kein Instrument spiele, erkunde ich die direkte Umgebung, mache ein paar Fotos und entdecke die ersten Geocaches.
Der nächste Morgen startet gegen 8 Uhr. Der Frühstücksraum ist gut gefüllt, scheinbar sind keine Ausfälle zu beklagen. Ich stärke mich erfolgreich, denn meine Pläne führen mich nach draußen. Die Kälte ist ungewohnt, alle Autoscheiben sind gefroren und die Äste an den Bäumen sind von einer 2mm dicken Eisschicht umhüllt. Das liefert einen schönen Anblick in der Morgensonne.
Ich stapfe über einen Waldweg. Stellenweise entdecke ich vereiste und rutschige Stellen, aber insgesamt ist der Weg begehbar. Selbst die Schneedecke hält meine hundert Kilo überwiegend stand, aber hin und wieder sacke ich eine komplette Stiefelhöhe ein. Nur gut, dass die Schuhe gefüttert und wasserdicht sind. Und zack befinde ich mich auf tschechischem Staatsgebiet.
In Bublava schaue ich mir die Häuschen an, komme an einem Skihang vorbei und grüße die Wanderer. Zum Glück sprechen alle deutsch. "Dobrý den", also guten Tag, bekomme ich ja noch hin, doch dann ist Schluss mit tschechisch.
Die Kälte und die verschneiten Wege halten mich von der großen Runde ab. Deshalb komme ich pünktlich zum Mittagessen an der Jugendherberge an: Szegeniner Gulasch mit Knödel. Wenn das kein positives Signal ist!
Zum Nachmittag starte ich erneut eine kleine Exkursion, während die Aktiven fleissig üben. Bei Tageslicht kehre ich zurück und lausche den Fortschritten.
Abends dürfen dann alle die Beine in die Hand nehmen und zum Berggasthaus Schöne Aussicht wandern. Die Getränke sind schnell serviert und kurz danach wird schon das Essen verteilt. Ich habe mich für Schwammespalken (eine Pilzsuppe) und Rinderroulade, Rotkraut und gebackene Knödel entschieden. Alles hat sehr gut geschmeckt und wir gönnen uns noch einen Willi zur Verdauung.
Die Instrumente liegen sicher in ihren Hüllen, jetzt ist wieder Zeit zum gemeinsamen Feiern und Reden. Und wir spielen einige Runden Memory, denn auf den Karten sind unsere eigenen Schnappschüsse zu sehen. Die Jüngste sammelt natürlich die meisten Karten.
Um Null Uhr wechseln wir von Party auf 30er-Feier. Dem Geburtstagskind wird kräftig unter die Nase gerieben, dass er jetzt alt ist. Haha, einmal alt, immer alt! Und schon überlege ich kurz, was ich an meinem runden Geburtstag mache. Etwas Zeit habe ich ja noch.
Irgendwann liegen wir dann alle im Bett und in dieser Nacht stürzt auch niemand mehr von der oberen Schlafkoje auf den Boden. Der Sonntag startet wieder mit viel Sonne, klirrende Kälte und ein ausgiebiges Frühstück. Dann nur noch packen, Bettwäsche abgeben und ab geht die Reise zurück nach Hdorf.








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