01 Februar 2025

Colditzer Forst

Endlich wieder Waldluft! Dazu nehme ich sogar eine etwas weitere Reise auf mich, aber die angenehmen Plusgrade müssen ausgenutzt werden. Auf dem Park- und Rastplatz lasse ich meinen Hybrid zurück und stapfe über die Birkenalle bis zur nächsten Kreuzung und biege nach rechts in den A-Flügel ein. Sobald der Pretzschenbach hinter mir liegt, geht es wieder nach links weiter, bis der Reitsteig kreuzt.
Und plötzlich befinde ich mich wieder auf der Birkenallee. Da hätte ich doch den Bogen gar nicht laufen müssen, oder? Aber sicher, denn neben der Waldluft hoffe ich auf viele schöne Geocaches am Wegesrand. Beim Schwarzen Kreuzweg staune ich über die schicke grüne Holzhütte, die bei näherer Betrachtung doch schon einen baufälligen Eindruck hinterlässt. Um die verplemperte Zeit wieder aufzuholen, entschließe ich mich, einen Pfad zu folgen, der schon lange keine schweren Maschinen tragen musste.
Und so krallen sich einige Dornen an meine Hosenbeine, dann versinke ich knöcheltief im Schlamm und rette mich auf einen modernden Baum. Aber natürlich ist das mit meinen alten Sicherheitsschuhen kein Problem. Gerade als der Magen knurrt erreiche ich den Rastplatz mit der Schutzhütte Friederike. Die Hütte wurde zum Andenken an den Orkan errichtet, der mit 150km/h über den Wald gefegt ist und maximalen Schaden verursacht hat.
Gleich daneben befindet sich ein kleiner Löschteich. Die Hütte gefällt mir sehr gut und hätte ich meinen Schlafsack dabei, wäre es garantiert zu einem Overnighter gekommen. Übrigens habe ich unterwegs keine Menschen getroffen. Es ist ja Winter...
Gut gestärkt mache ich mich auf die nassen Socken. Der Weg heißt "Krummes C", womit ich als ehemaliger Musiker was anderes verbinde. Aber bevor ich mich in Grübeleien verliere, falle ich beinahe in den Altteich. Jetzt aber raus mit der Kamera und Schnappschüsse machen!
Nachdem ich mich satt gesehen habe, geht es weiter über eine alte Steinbrücke. Und wieder lockt mich eine schicke Bank vom Sachsenforst zu einer kleinen Pause.
Nebenher liefern große Schautafeln wertvolle Informationen zu Wald und Tiere. Die Hochsitze dürfen natürlich auch nicht fehlen.
Die Ausschilderung ist nicht überall optimal, aber ich habe ja GPS und eine Karte von OSM. Nur schlecht, wenn die Wege seit dem Orkan nicht aktualisiert wurden.
Und hier treffe ich auf einen alten Traktor, der blauen Diesel in die Luft bläst, während er langsam, aber konstant vor sich hin tuckert. Und zwei Einheimische, die sich als Forstarbeiter abmühen: Holz auf den Anhänger stapeln. Ich biege nacht rechts in Richtung Neuteich ab. Gerade, als ich mich auf dem Waldgutweg befinde, werde ich vom Traktor mit Vollgas überholt. Also ungefähr 6km/h schneller, als ich gehe.
Ich ignoriere gekonnt eine Warntafel und nehme das Weiterlaufen auf eigenes Risiko in Kauf. Was bleibt mir anderes übrig? Und schon erlebe ich ein fröhliches Durcheinander von umgefallen Bäumen, Wasserläufe die sich gekonnt durchs Tal schlängeln und ein Insektenhotel mit Leerstand. Auf der Karte sehe ich beruhigend, dass der rettende Reitsteig langsam in greifbare Nähe rückt. Das Holztelefon benötige ich doch nicht, so dass ich mir lieber die unterschiedlichen Bäume einpräge.
Der Marsch zum Auto verläuft ohne Zwischenfall. Am Ende bin ich happy, dass ich alle Dosen erfolgreich gefunden habe. In der Statistik hat sich meine Platzierung verbessert, aber es reicht noch nicht für die Top 1000 in Sachsen. Aber ich arbeite daran :)

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