09 August 2024

Der Osten rockt!

Zur Mittagsstunde starte ich meine Fahrt über 136km bis nach Bitterfeld-Wolfen. Endlich Urlaub und Festival! Kurz vor dem Ziel ergänze ich noch ein paar wichtige Artikel beim Discounter. Nach einer kurzen Fahrt vom Parkplatz stehe ich in der langen Warteschlange für den Campingplatz. Das kenne ich nicht, doch um 14 Uhr war ich bisher noch nie angereist. Um 16 Uhr ist das alles entspannter. Aber dafür ergattere ich einen Zeltplatz in der Mitte mit Blick auf die Zeltbühne. Ein paar Tropfen fallen vom Himmel, doch mein Zelt steht und ist sturmsicher verankert.
Noch ist das Bier angenehm kühl und bildet eine gute Voraussetzung für einen aufregenden Abend. Doch dann wird es Zeit für die Wanderung ins Infield. Da die Camper schon ihre Bändchen erhalten haben, geht es am Einlass ganz schnell, wenn man sich nicht anstellt, sondern direkt zur Fummelecke geht. Jetzt fehlt nur noch ein Frischgezapftes!
Die Goitzsche Front eröffnet das Festival und spielen natürlich morgen noch einmal.
Ich habe extra die 360°-Kamera mitgenommen, doch diese liegt sicher im Auto. Da muss es eben ohne gehen. Oder ich entdecke mich einfach auf einem Video. Der Blick von der Bühne ist umwerfend: es ist gerade mal 18 Uhr und der Platz vor der Bühne ist voll! Rechts der Blick über den Stadthafen. Links werden die Fanartikel verkauft, die restlichen Buden sind für Essen und Trinken zuständig.
Am Bierstand werde ich zu einem Bier eingeladen. Und einen giftgrünen Pfeffi. Schnell austrinken und wieder vor die Bühne. Nun treffen wir uns regelmäßig beim kühlen Getränk und dabei lerne ich, dass der Hallenser "Joddsche" statt "Goitzsche" sagt. Das kenne ich aus Chemnitz, denn dort heißt das Karl-Marx-Monument auch nur Nischel.
Party ohne Ende und durch meine neuen Bekannten stehe ich entweder direkt an der Bühne oder am Rand der Tänzer. Zumindest hat der Gute am nächsten Tag einen Verband von den Johannitern um den rechten Knöchel gebunden. Das hat ihn aber kaum gebremst...
Zuerst habe ich gar nicht mitbekommen, dass es heftig regnet, denn ich bin komplett durchgeschwitzt. Doch die Wassertropfen auf meiner Brille erzeugen lustige Effekte und lassen auch vieles unscharf verschwimmen. Egal... Aber ich habe einen Regenponcho mit, liegt im Auto.

Zumindest habe ich an vieles gedacht. Selbst die Taschenlampe hat es bis auf den Zeltplatz geschafft. Nach dem letzten Applaus mache ich mich geradewegs auf zum Zelt, die Beleuchtung ist gut, die Körpertemperatur normalisiert langsam. Im Zelt ist es angenehm dunkel, obwohl dicke Scheinwerfer gleisendes Licht verbreiten. Ein Hoch auf mein neues Zelt! Runter mit dem T-Shirt, kurz auswringen und ab in den Schlafsack. Gute Nacht! Die Nachbarn hören noch Karel Gott und weitere Sangeskünstler in einer Discoversion an und ich lausche erfreut den Klängen. Wer will da schon pennen?

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