Seit vielen Monaten habe ich das Problem, dass er nur noch schlapp nach unten hängt. Ich habe mir schon einiges einfallen lassen, doch das Ergebnis bleibt immer gleich: wo er früher nach dem Loslassen kraftvoll nach oben drehte, rührt sich schon lange nichts mehr.
Zum Glück habe ich in meiner Schulzeit etwas gelernt, kann dafür zwar meinen Namen nicht tanzen, aber mir ist zumindest klar, dass die Feder kaputt sein muss, die den Türgriff normalerweise in die Horizontale bringt.
Da mein Balkon vom Regen einen kleinen See spendiert bekommen hat, nehme ich die Sache in Angriff: ich stecke meinen harten Metallstift ins Loch am Türgriff und drücke damit die Verriegelung in den Vierkant. Damit kann ich die beiden Griffe auseinander ziehen. Weiter geht es mit dem Schloss. Auch hier entferne ich eine Schraube und siehe da, ich kann die Mechanik herausziehen.
Meine Motivation wird sofort reduziert, als ich sehe, dass Nieten statt Schrauben das Metallgehäuse fixieren. Mist! Damit kann ich keine neue Feder einbauen, sondern muss das komplette Schloss wechseln. Beim Auto verhält es sich ja ähnlich: geht eine Lampe kaputt, kann man gleich das gesamte Fahrzeug verschrotten.
Aber wie gesagt, hin und wieder habe ich lichte Momente! Zwischen den beiden Türgriffen befindet sich ein Vierkant, der im Schloss den Schnapper bedient. Und es handelt sich sogar um einen Vierkant mit gleichen Seitenlängen. Gescheite Menschen werfen dann gerne mal "Quadrat" in die Runde. Für mich nicht so wichtig, aber ich erkenne sofort, dass ich die Griffe viermal im neunzig Gradwinkel drehen kann. Also baue ich mein Türschloss wieder ein und verdrehe den Griff so, dass er nach oben zeigt. Perfekt! Die Türe schließt wieder ordentlich und der Türgriff bleibt dank Reibung so, wie ich ihn loslasse. Reparatur gelungen, Zeiteinsatz siebzehn Minuten und Materialkosten Null Euro.

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