Gegen halb fünf kurve ich auf den Parkplatz. Die Bändchen erhalte ich direkt vor Ort und ich stelle meine Kiste ab. Ich laufe erstmal ohne Gepäck zum Zeltplatz, der wie letztes Jahr einfach nur auf der anderen Seite des Radwegs liegt. Hier sind schon viele Zelte aufgebaut und die Besitzer haben es sich bequem gemacht. Ich drehe eine kurze Runde, bis mein Blick auf eine Freifläche mit freier Sicht auf das Wasser bietet. Schnell frage ich die Anwesenden, ob sie noch Nachzügler erwarten, oder ob sie mich mit einem einzelnen Zelt aufnehmen können. Eine schnelle Zusage erhalte ich und mir fällt ein Stein vom Herzen, denn der Untergrund besteht eher aus Sand als aus Stein. Die Heringe werden es mir später danken :D
Die jungen Burschen sind Festivalanfänger und haben schnell an meinen vielen Bändchen erkannt, dass das bei mir nicht so ist. Sie sind zwar etwas ungläubig, dass jemand alleine zum Festival fährt, aber sind eigentlich mehr mit sich selber beschäftigt: wo sind die Toiletten? Wieso haben wir keinen Pavillon? Wer möchte was vom Linseneintopf? Wann spielt die erste Band? Gibt es Frühstück? Wieso ist mein Bier lauwarm? Ich grinse etwas und kämpfe weiter mit meinem alten Zelt. Das ist ja noch gut! Mein neues liegt daheim und wird noch etwas geschont...
Gegen 18 Uhr wird das Festivalgelände geöffnet, also stiefeln wir mit viel Elan zum Einlass. Ein paar Minuten müssen wir trotzdem warten, wir sind einfach überpünktlich. An der Kasse treffen sich die Camper (mit Bändchen) mit den Tagesgästen (ohne Bändchen). Scheinbar hat mein Tipp an der Kasse gefruchtet, doch einfach die Bändchenträger separat zu bearbeiten. Schnell sind wir von der Security geprüft und laufen am Werbetrabbi vorbei. Unser Ziel ist der erste Bierwagen. Denn hier steht der Veranstalter Goitzsche Front persönlich am Zapfhahn und spendiert Freibier. Ich erhalte tatsächlich vier volle Becher, so ist unsere Gruppe gut versorgt.
Weiter geht es zum Stand der Fanartikel. Hier wird die Jugend schnell fündig und gönnt sich einige T-Shirts. Also wird der Jüngste verdonnert, nochmals zurück zum Zelt zu laufen, um die Ware sicher zu verstauen. Aber zumindest darf er noch sein Bier austrinken. Anschließend suchen wir uns einen Platz auf der Treppe und lauschen der Musik.

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen