Etwas abgehetzt erreiche ich kurz nach zehn Uhr den vereinbarten Treffpunkt in der Weststraße. Wie immer bin ich zu spät gestartet, konnte aber wenigstens ein paar Minuten gut machen, gegenüber der berechneten Fahrtzeit.
Der erste gemeinsame Streckenabschnitt ist überschaubar: wir rollen einen Kilometer den Berg runter und sind schon bei die Bikers. Das alte Bahnhofsgebäude sieht schick aus und davor steht ein Bierwagen. Was für ein Zufall :) So gönnen wir uns ein selbstgebrautes von den Harley-Davidson-Leuten und schauen zu, wie sich die Band mit Dreifachsteckdosen und Lautsprecherknirschen abquält.
Bevor wir an der Biertischgarnitur festkleben, schwingen wir uns in den Sattel. Bei der Beckerstraße treffen wir immer noch auf die Baustelle, doch wir kämpfen uns erfolgreich weiter bis zum Polargarten. Auch hier sind schon viele Radler da, doch zwei drei Sitzgelegenheiten sind noch frei.
Die nächste Bierzapfstelle befindet sich im Rosarium, doch diese lassen wir aus. Beim Treten vernehmen wir dezente Gluckergeräusche, wenn das Bier gegen die Magenwand rauscht. Schnell lassen wir die Innenstadt hinter uns. Attila fährt ein eBike und wir können es kaum glauben, dass er den Antrieb ausgeschalten hat. Bei der Brettlhütte können wir uns kurz erholen.
Und weiter geht es den Hügel hinauf. Die Chemnitz ist in diesem Punkt deutlich schlauer und plätschert entspannt im Flußbett. Wir stöhnen und schwitzen durch den Pfarrwald, werden aber mit einer tollen Aussicht belohnt: Harthau. Wenig später entdecken wir auch einige markante Gebäude. Wir lassen die Räder ungebremst rollen und erreichen schnell unser Ziel, das Wasserschloss Klaffenbach.
Kinderspielplatz, Golfanlage und Eisenbahn liegen bald hinter uns, dafür kommt Adorf immer näher. Hier biegen wir nach rechts ab und wieder geht es stetig bergauf. Endlich erreichen wir die gutgefüllte Sportgaststätte Leukersdorf. Hier gibt es Pommes und Bier. Die meisten Gäste gönnen sich aber Rippchen, denn donnerstags ist Rippchen-all-you-can-eat-Tag.
Weiter geht es nach Ursprung. Der Kohlenbahnradweg ist noch vorhanden, den ich schon mehrfach befahren habe. Wir folgen dem Radweg und freuen uns, dass der Weg nicht überfüllt ist. Die nächste Rastmöglichkeit bietet genügend Platz... hier sind also die ganzen Radfahrer!
Schnell geht es weiter nach Lugau und unser entferntestes Ziel ist die alte Ziegelei. Schiffschaukel, Boxauto, alte Lanztraktoren, Essen und Trinken. Und dazu ein WC. Sofort fühlen wir uns erholt und pudelwohl.
Kaum fühlen wir uns fit, fahren wir wieder auf dem Radweg bis Mittelbach. Hier stoppen wir, um die letzten Getränkereserven zu vernichten. Mit Blick auf die Uhr lassen wir den Totenstein weg und suchen uns neue Ziele: die Reichenbrander Brauerei hört sich gut an, hat aber keinen geöffneten Biergarten. Und nun? Die Entscheidung fällt auf die Pelzmühle. Doch auch hier werden gerade die Außenbestuhlung und Tische weggeräumt. Nicht einmal ein Bier2go ist möglich.
Dann trennen sich eben jetzt unsere Wege: für mich geht es weiter zur Burg Rabenstein, Stausee und etwas durch den Wald. Die beiden anderen fahren in Richtung Innenstadt weiter. Und wir haben am Ende noch schnell einen prüfenden Blick auf den Akku vom eBike geworfen: es fehlt tatsächlich nur ein Balken.








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