Schon am Freitag glänzen ein paar Schweißperlen auf meiner Stirn, denn mir ist gerade eingefallen, dass ich ein E-Ticket gekauft habe. Ob es noch auf dem Smartphone schlummert? Ich durchforste meine Emails, bis ich endlich im letzten Dezember fündig werde. Ich mache noch schnell einen Screenshot, doppelt hält besser! Jetzt muss ich nur noch genügend Strom auf meinem Akku haben.
Da ich mit einem fahrenden Energiekraftwerk angereist bin, ist die Beschaffung von Strom keine Herausforderung: USB-Kabel in den Hybrid gesteckt und schon glüht der Ladestrom. Schnell steigen die Prozentzahlen an. Gegen 19 Uhr erreiche ich den Veranstaltungsort und positioniere mich so, dass ich den Eingang im Auge behalten kann. Während mein Handy lädt, kaue ich an einem weiteren Milchbrötchen. Kurz vor halb acht werden die Türen geöffnet, die Schlange rafft sich, einige scharren mit den Füßen. Ich gebe meinen Sitzplatz noch nicht auf, aber die Schlange wird nicht kürzer, denn die Zahl der Neuankömmlinge ist größer als die Zahl der Abgefertigten. Beim Discounter würde jetzt eine zweite Kasse öffnen, aber egal. Ich stelle mich an und warte geduldig.
Bei der Ticketkontrolle funktioniert alles perfekt, nach vier Sekunden bin ich durch, jetzt nur noch schnell durch die Abfummelei, wobei ich seit Rockharz weiß, wie ich zum Beispiel eine volle Bierdose durch die Kontrolle bringe ;) Ich suche mir ein gutes Plätzchen mit toller Aussicht von oben auf die Bühne. Und schon entdecke ich die Chemnitzer, die zielstrebig zur ersten Reihe laufen. Per Gesten erfolgt eine kurze Diskussion, welcher Platz sich durchsetzt. Meine Wahl landet gaaanz knapp auf dem zweiten Platz. Also gehe ich wieder runter, treffe am Bierstand noch einige Hartmannsdorfer. Die erste Reihe ist zwar geschlossen, aber knapp dahinter ist auch nah genug.
Nun heißt es warten, bis die Show beginnt. Unsere Gruppenstärke vergrößert sich nochmals. Wir machen einige Gruppenfotos mit Blitzlicht, bis mir blaue Punkte druchs Sichtfeld hüpfen. Doch dann geht es los. Laut und hart! Wir stehen genau vor Stumpen und Buzz Dee. Gemeinsam arbeiten wir uns durchs Repertoire, aber es bleibt noch genügend Zeit für ein Federballspiel, in einem Buch zu lesen, oder mit dem Besen die Konfettis zu beseitigen. Specialguests sind Agnetha und Tim Tom. Während der Zugabe klettert einer von uns auf die Absperrung und hüpft auf die wartende Meute. Und schon wird er auf Händen durch die komplette Halle getragen. Zuletzt sehen wir noch eine paar sportliche Einlagen: Handstand und Rad, doch dann wird es ruhiger. Allerdings höre ich immer noch ein kräftiges Rauschen und Pfeiffen, ich hoffe mal, dass das nach ein paar Tagen wieder verschwunden ist. Die Heimfahrt ist schnell erledigt, müde aber zufrieden falle ich ins Bett.



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