Nach langer Abstinenz steht wieder ein Wackenstammtisch im Kalender. Die Vorfreude ist groß! Treffpunkt ist dieses Mal ein Gartengrundstück mit Blick auf die Augustusburg. Ich kann mich gar nicht daran satt sehen, aber da ich der letzte bin, der im Zelt übernachten will, muss ich mir mein erstes Bierchen mit etwas Schweiß beim Zeltaufbau verdienen. Der Untergrund ist angenehm weich, die Heringe drücke ich einfach mit der Hand ins Erdreich. Ein weiterer Pluspunkt!
Die üblichen Einweiser kann ich nirgends entdecken, so habe ich freie Platzwahl. Ich wähle eine Stelle, die durch eine Hecke geschützt ist. Damit wäre mein Zelt bei Sonnenschein etwas geschützt :) Ich hätte mir mehr Gedanken machen sollen, ob die Stelle auch für Regen geeignet ist. Zumindest liegt das Grundstück hoch genug, dass selbst eine Sintflut einfach an uns vorbei ins Tal rauschen könnte.
Endlich steht das Zelt und es kann gegessen werden. Steak, Roster, Geflügelspieß, Tomatensalat, Nudelsalat, Tsatsiki und die göttliche rote Soße stehen zur Auswahl. Auch das Getränkeangebot erfüllt alle Wünsche!
Nachdem sich alle gestärkt haben, wird es spannend: wir schauen alte Fotos von Wacken an. Die ältesten Bilder sind von 2011. Wir haben uns alle weiterentwickelt, es kamen im Laufe der Zeit Rundungen dazu, aber auch weg, Bärte zieren plötzlich die Gesichter, wir feiern lautstark bei vielen Schnappschüssen.
Die Nacht wird etwas unruhig, da es immer wieder regnet. Und mein Zelt steht in Hörweite einer kleinen Hütte, die das Regenwasser vom Dach über ein Rohr in einen großen Wasserauffangbehälter tröpfeln läßt. Das kann nachts sehr laut sein! Aber zumindest habe ich eine bequeme Schlafstelle: weiches Moos, darauf der Zeltboden, die Alufolie aus dem Auto, zwei Isomatten. Und das Beste: zwei Schlafsäcke von der Gastgeberin, da ich dieses Mal meinen Schlafsack vergessen habe. Ich fühle mich wie eine Prinzessin ;)
Gegen acht Uhr in der Früh wird es lebendig: das Hundchen bellt, der kleine Herbert macht "Pst!", worauf das Hundchen wieder bellt. Wir hängen in der Matrix und drehen uns im Kreis. Nach ein paar Minuten gehen alle Zelte auf. Die Möpse kommen auch dazu und durchstreifen breitbeinig ihr Revier.
Und schon schwebt ein köstlicher Kaffeeduft über dem Platz und lockt uns zur Frühstückstafel. Für mich ist es noch etwas zeitig für feste Nahrung, denn in der Woche stehe ich später auf. So geht die Erwartungshaltung meines Magens zu dieser frühen Stunde eher gegen Null. Aber ein paar Tassen Kaffee können nicht schaden! Da es wieder regnet, lasse ich mein Zelt zurück und werfe die restlichen Utensilien ins Auto. Zusammenfassung: Eine tolle Idee, super Umsetzung und gerne öfters!







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