Komplett heißt das Ding "Erklärung zur Feststellung des Grundsteuerwerts", welches mir wertvolle Lebenszeit und Nerven geraubt hat. Den Stein des Anstoß setzen meine Eltern, da sie mit 80+ keinen PC für die Datenerfassung kaufen wollen. Was für eine Raubritterei! Ich vermute mal, dass die Grundsteuer in Zukunft höher ausfallen wird, die neue Variante muss ja durch irgend jemand bezahlt werden.
Ich habe die Worte im Ohr, dass das alles ganz einfach gehalten ist und schnell erledigt ist. Mein großer Vorteil, die benötigten Werte habe ich vorab per Email erhalten. Voller Elan mache ich mich an die Eingabe und stelle schnell fest, die Wortwahl ist nicht so, dass ich sofort verstehe, was gemeint ist.
Aber plötzlich habe ich mich durch den Formulardschungel gekämpft. Jetzt erlebe ich den spannenden Moment, indem ich auf den Prüfknopf klicke. Wenige Sekunden später erhalte ich eine rote Zahl mit dem Hinweis auf Fehler. Zum Glück ist es mit knapp 16°C kühl genug, dass mein glühender Kopf nicht sofort explodiert. Nun versuche ich mein Glück durch unterschiedliche Varianten. Es gibt zum Beispiel die Gesamtfläche vom Grundstück, davon meine Eigentumsfläche und davon meine Wohnfläche. Natürlich ist die Benamung im Beamtendeutsch abweichend. Egal. Irgendwann die richtige Konstellation nach der Einarmigen-Bandit-Methode gefunden und gut.
Meine Stimmung steigt, denn jetzt fühle ich mich ausreichend geübt, um meine eigene Erklärung zu bearbeiten. Tadaah! Bei der zweiten Anlage tauchen plötzlich neue Fragen auf! Eine kurze Recherche genügt: in Baden-Württemberg (=meine Eltern) interessiert das Alter des Hauses und die Flächen keinen Finanzbeamten. Alle anderen Bundesländer wollen ganz genau wissen, wann der Erstbezug statt gefunden hat, wieviele Quadratmeter Wohnfläche ausgewiesen werden und wieviele Flächen nicht zur Wohnfläche zählen. Drei Eis später erhalte ich auch für meine eigene Feststellung das GO! Zack! Und schon bestätigt das Finanzamt den Erhalt der Daten.
Ich stöbere noch etwas zur Grundsteuerreform, surfe noch etwas beim Finanzamt vorbei, doch eigentlich gefällt mir am Besten die Übersichtskarte zum Grundsteuerportal Sachsen. Hier stelle ich fest, dass mein Grundstück beim Bodenrichtwert gerade mal 100€/m² hat. In der Chemnitzer Innenstadt entdecke ich 2.600€/m². Und in Dresden um die Frauenkirche liegt der Wert bei stattlichen 4.100€/m². PS: Ja, die Karte für Sachsen hat kurze Ladezeiten und zeigt alle benötigten Werte kostenlos an.


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