Die Tasche ist gepackt, das Auto hat einen vollen Tank und die Wettervorhersage sieht gut aus. Also nichts wie los! Kaum befinde ich mich auf der Autobahn, habe ich das Gefühl, dass überall Autos sind: vor mir, hinter mir, neben mir... und zusätzlich LKWs: vor mir, hinter mir und neben mir. Reagiere ich auf den dichten Verkehr nur so extrem, da ich aus der Kontaktlosigkeit der letzten Monate komme?
Mit der Zeit kann ich mich aber an die Fahrerei gewöhnen. Schließlich bin ich mit Automatik unterwegs und habe praktisch nichts zu tun. Die Zeit nutze ich, um mal auf alle Knöpfe am Lenkrad zu drücken. Spannend! Mal wechselst der Musiksender, dann erhalte ich plötzlich den aktuellen Verbrauch anstatt der Geschwindigkeit im Tacho angezeigt. Und beim Weiterklicken entdecke ich eine Animation, die mein Vorderrad, den Elektro-, sowie Bezinmotor anzeigt. Faszinierend! Ich konzentriere mich auf die Anzeige und drücke abwechselnd Bremse und Gaspedal. Wieso heißt es eigentlich Gas geben? Ich hab doch nur Strom und Benzin. Naja, es wird sich schon jemand angegriffen fühlen, dann wird das Wort abgeschafft.
Da ich gemütlich unterwegs bin, also kaum schneller als die dicken LKWs, zusätzlich Zeit für die zahlreichen Baustellen benötige und zweimal im Stau stehe, bin ich mit fünf Stunden Fahrzeit ganz zufrieden. Doch bevor ich die letzten Meter zu meinen Eltern fahre, mache ich noch einen Halt am Jordanbad. Das Auto darf etwas abkühlen und ich vertrete mir die Beine. Nach wenigen Minuten geht es weiter.
Das Empfangskommitee nimmt mich schwungvoll in die Arme, gefolgt von einem prüfenden Blick. Jetzt schnell das Zimmer beziehen, Abend essen und zocken.

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