Die Wanderung um den See verläuft kontaktlos und das ist gut so. Denn der ehemalige Braunkohletagebau ist verschwunden und das Loch mit Grundwasser gefüllt. Anstatt nun auf Badegäste zu hoffen und eine Hütte neben die nächste zu bauen, ist die Entscheidung zu Gunsten der Natur getroffen worden: ein großes Naturschutzgebiet ist geboren!
Der Weg ist an wenigen Stellen mit Gefälle, aber meistens führt es eben durch die Vegetation. Mit dem Rad hätte es mir aber besser gefallen, so kämpfe ich mich zu Fuß von Kilometer zu Kilometer. Farbenprächtige Blüten stehen direkt am Wegesrand. Sogar rote Waldbeeren. Dazu summt es von den Bienen und anderen Flattermännern.
Der See ist nur an ein paar Stellen zu sehen, ansonsten geht es bequem durch Wald und Wiesen. An einigen Stellen wird noch ausdrücklich vor den Gefahren gewarnt. Das sollte ernst genommen werden.
Da ich mit langen Hosen, Sicherheitsschuhen und Rucksack unterwegs bin, schaue ich nicht schlecht, als ich abends meine kleinen Auas anschaue: knapp über dem Knöchel hat eine Brennnessel zugeschlagen, eine Wasserblase am großen Zeh (ich war doch gar nicht im Wasser) und am Arm ein großer roter Fleck. Ob ich da eine giftige Raupe zerquetscht habe?
Auf jeden Fall kämpfe ich die letzten Kilometer ordentlich an meiner Motivation: die Äpfel sind gegessen, das Wasser ist alle, die Sonne brennt erbarmungslos und die Träger meines Rucksackes schneiden immer tiefer ins Fleisch. Daheim schaue ich mir Videos einer Everestbesteigung an und stelle erfreut fest: so schlimm sehe ich ja gar nicht aus :)






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