27 November 2012
Meeresrauschen
Auf dem Foto ist unschwer zu erkennen, dass es richtig dunkel war. Der Akku machte langsam schlapp, aber wenn ich schon mal in Grüna rumeier, dann kann ich auch noch den letzten Tradi mitnehmen! Also stellte ich mein Auto in der Wohngegend ab und lief die letzten 300m zum Cache. Dort angekommen leuchtete ich alle Bäume ab, doch so richtig fündig wurde ich dabei nicht. Bei Einschalten des Handys kam schon der Warnhinweis vom Akku, viel Zeit blieb mir also nicht mehr. Heute hatte ich aber so ein glückliches Händchen, das wollte ich ausnutzen und die Simpsons waren eh schon vorbei. Deshalb beäugte ich den Bereich der Wurzeln, studierte nochmals die Logeinträge der Vorcacher und dort waren eindeutige Hinweise wie: Klimmzüge machen, der Ast hat mich gehalten, usw. Also doch wieder den Blick nach oben und jetzt fiel mir auch ein verdächtiges Loch im Baum auf. Also das Loch im Baum war an sich nicht verdächtig, dass es aber im Zielgebiet lag, machte es schon sehr verdächtig. Geschätzte 3m waren aber eindeutig zu hoch, um da einfach mal einen Blick reinzuwerfen. Also suchte ich wieder den Boden ab, dieses Mal nach einem leeren Farbeimer, alte Autoreifen oder ähnlichem. Nichts! Absolut nichts, aber dann entdeckte ich eine abgestorbene Wurzel mit ungefähr 50cm Länge. Das passt gut, dachte ich mir, nahm sie in meine Arbeitshandschuhe und schleppte die Ökoleiter zum Baum. Angelehnt und schon stand ich mit einem Bein balancierend einen halben Meter höher. Jetzt konnte ich auch zwei abgestorbene Äste erreichen, die sich knapp unterhalb des natürlichen Baumloches befanden. Eine Hand links an den Ast, die andere rechts. Jetzt hing ich da wie ein nasser Sack, doch aufgeben kam nicht in die Tüte. Das einfachste war natürlich, sich einfach mit einem Klimmzug hochzuziehen, was ich auch machte. Als meine Schulter allerdings an den Ast stießen, war Schluss mit dem Weg nach oben. Fieberhaft überlegte ich, wie um Himmels willen ich jetzt umgreifen kann, denn der rechte Arm fing schon mit einem nervösen Zucken an. Und da kam die Erleuchtung! Mein Kopf war eh schon über dem Ast, also verlagerte ich mein Gewicht etwas und legte die Kinnlade auf den Ast. Das funktionierte gut! Jetzt musste ich aber das Gewicht auf die Beine bringen, die bis jetzt sinnlos in der Luft baumelten. Ein kurzes Anspannen der Bauchmuskulatur :D und meine beiden Beine krallten sich in den Stamm. Jetzt konnte ich oben den Arm frei bekommen, der sofort auf die Suche ging. Rasch erfummelte ich die Filmdose im Baumloch, steckte sie mir in die Hosentasche und sofort mit dem Abstieg weitergemacht. Vor dem Baum konnte ich in aller Ruhe meinen Eintrag vornehmen, denn hier sagen sich tatsächlich Fuchs und Hase Gute Nacht. Und das mache ich jetzt auch, also schlaft schön!
Geocache #155: Meeresrauschen
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