31 Oktober 2010

Rückblick Wiesensteig

Kurz vor dem Zubettgehen stellte ich meinen Wecker auf die neue Weckzeit ein: 4:45 Uhr. Ist echt nicht meine Zeit!

Auf dem Busbahnhof angekommen stellte ich schnell fest, dass ich mal wieder bei den Letzten bin. Zum Glück mußte aber noch Medizin und Handtücher organisiert werden, so kam ich mit einem blauen Auge davon. Ausserdem hörte unser Instrumentenwart kein Handyklingeln und rief erst an, als wir schon unterwegs waren. Pech!

Nachdem sich die ersten Sonnenstrahlen durch das Nebelgewirr gekämpft hatte, lieferte die Landschaft ein Fotomotiv nach dem anderen!

Doch auch die Gesichter entspannten sich, die Schlafeszeichnungen verschwanden zusehends...

und es konnte die erste Runde Sektbowle auf dem Parkplatz der Autobahnraststätte gespielt werden.

Nach wenigen Stunden Fahrt war das Ziel erreicht: Wiesensteig

In der Gemeinschaftsunterkunft (= Turnhalle) wurden schnell die vorhandenen Buttermatten als Schlafplatzunterlage umfunktioniert und anschließend die Zeit für ein kleines Baskettballmatch genutzt.

Vor der Halle parkte ein tolles schwarzes Auto, damit bist du der Chef der Innenstadt! Vorgesehen, um eine Hochzeitsgesellschaft zu befördern, wartete die alte Kiste auf den Einsatz. Wir überlegten uns, die Hochzeitsgesellschaft mit einem kostenlosen Ständchen zu überraschen. Aber es kam anders: ein erzürnter Bürgermeister stürmte mit ausgreifenden Schritten auf uns zu mit der Frage, was dieser Krach soll, es wäre doch Kirche! Naja, ich weiss schon, wieso ich aus diesem Verein ausgetreten bin...

Um weiteren Ärger aus dem Weg zu gehen, begaben wir uns in ein nahegelegenes Hotel zur Mittagsspeisung. Es war sehr lecker!

In der Festhalle swingten wir die Instrumente, aber auch das eine oder andere Weibchen, oder suchten Trost in Speis und Trank.

Ein wichtiges Ritual stand auf dem Aussengelände an: Begrüßung und Aufnahme neuer Mitglieder in die Zunft. Das selbstgemischte Gebräu soll sehr lecker geschmeckt haben, es waren auch rote Erdbeeren zu erkennen, verfehlten aber die gewünschte Wirkung nicht. Beim späteren Monsterkonzert schlichen sich deshalb einige Fehler ein :)

Die Nacht verlief sehr ruhig, aber einige konnten trotzdem nur wenig oder gar nicht schlafen. Ich hatte kein Problem. Nicht einmal Ohrstöpsel hatte ich drin. Ich sag nur: Wacken! Am nächsten Tag schlenderte ich durch die nächste Umgebung, da uns der Bus erst gegen 10:00 Uhr von der Halle holen wollte.

In der Festhalle zurückgekehrt bestaunten wir den Aufräumfortschritt aber viel mehr noch das bereitgestellte Frühstück. Leberkäse bzw. Wiegebraten in dünnen Scheiben (die Reste der entsprechenden Semmel, Brötchen, Wecken), Kaffee, O-Saft, Nutella (noch zum alten Preis) und die Krönung für mich: Original schwäbischer Kartoffelsalat! Am Ende der Schlemmerei musste ich den Gürtel um ein Loch verlängern...

Scheinbar hatte auch andere den Drang nach etwas Sport. Uns war der Kinderspielplatz dafür nicht zu schade. Zum Glück hat sich keiner dabei verletzt.

Kurz vor der Abfahrt mussten noch einige Becher mit rotem Glibberzeugs vernichtet werden. Das Rezept dazu ist einfach: Einfach ein Rezept für roten Wackelpudding suchen und das Wasser durch Wotka ersetzen.

Nachdem das Heck unseres Buses beim Erklimmen einer langen Steigung plötzlich einen Knall von sich gab und anschließend unser Vehikel immer langsam wurde, telefonierte unser Busfahrer mit seiner Firma, um weitere Instruktionen zu erhalten. Insgeheim freute ich mich schon auf eine Woche Urlaub im Schwabenländle. Doch daraus sollte nichts werden. Zuerst schickte man uns nach Ulm. Dort gelang mir noch gerade rechtzeitig das Foto von den Holzkühen. Es sind bestimmt glückliche Kühe und wir hatten auch alle wieder ein dummes Grinsen im Gesicht.

Eine halbe Stunde nach Beginn der Rückfahrt standen wir also wieder einmal in einer Werkstatt. Und das an einem Sonntag der auch noch ein Feiertag war.

Nach Öffnen der hinteren Verkleidung (es war ja Halloween) war das Problem schnell erkannt: ein alte Schelle war des Haltens müde und sagte Goodbye. Daraufhin pfiff der Turboschlauch ein fröhliches Liedchen in die Luft, für den Turbo selber kam nur noch dicke Luft an. Nach wenigen Minuten war das Problem behoben!

An meiner Vorderlehne baumelte noch das Survivalkit: rechts eine leere Flasche Bier aus Hartmannsdorf. In der Mitte ein toller Multivitaminsaft, der ekelhaft stinkt aber lecker schmeckt und ganz links etwas feste Nahrung in Form von Waffel mit Schocki.

Um die verlorene Zeit wieder einzuholen, wurde der Turbo ausgiebig getestet und auf Pausen verzichtet. Das Foto links entstand während der Fahrt, unser Busfahrer (linker Spiegel, leerer Stuhl) war wohl eben aufm Klo (ne, er hat sich nur nach hinten gelehnt). Achja, es gab noch einen Pupswettbewerb...

Selbst die Polizei war auf unserer Seite: eine Ampel stand auf Dauerrot, der Rückstau schon beachtlich, da kam ein blaues Blinklicht um die Ecke und die beiden Beamten übernahmen die Regelung. Nachdem der ganze Pulk an Fahrzeugen Geschwindigkeit aufgenommen hat, war der Stau schnell aufgelöst. Ob der Gegenverkehr zur gleichen Zeit "grün" hatte und trotzdem stehen bleiben musste, ist mir nicht bekannt.

Wohlbehalten wieder in Hdorf zurück, musste noch die große Abrechnung durchgeführt werden. Zum Glück hielt sich die Bierrechnung in Grenzen. Ein gelungenes, spannendes und abwechslungsreiches Wochenende, doch jetzt freue ich mich aufs Bettchen!

3 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

hallo herbi, du hast das ja sehr schön gemacht da bekommst du ein großes bienchen
gruß peter

Jana hat gesagt…

Super Wochenendbericht, na da sollte ich mir mal ein Scheibchen abschneiden...habe in mich hinein geschmunzelt.

Die Bierrechnung war aber am Ende recht mager, da hättest du mal mit uns im Bus nach Amsterdam dabei sein müssen.

Liebe Grüße von den beiden Witzschdorfern!

herbi66 hat gesagt…

Ich mach das nur so ausführlich, damit ich später alles nochmals nachlesen kann. Wenn ich senil bin. In zwei Monaten oder so :)