28 April 2017

Zelten am Barther Bodden



Obwohl das Ferienhaus Kranichblick über 8 Betten verfügt und wir genauso viele sind, habe ich mein Zelt dabei. Die Vermieterin haben wir im Vorfeld gefragt und sie hat kein Problem damit. Die anderen dachten bis zum Schluss, dass ich sie mit meinem Zeltwunsch nur veralbere. Doch spätestens als es an den Aufbau geht, sehen sie, dass es mir ernst damit ist. Ich wählen den Standort hinter den großen Bäumen. Hier habe ich einen tollen Ausblick und bin etwas vom Haus entfernt.



Hauptsächlich möchte ich aber dem Geschnarche entfliehen. Bei ungewohntem Lärm kann ich kein Auge zumachen. Und drei Nächte ohne Schlaf geht auf keinen Fall. Und da ich schon Winterzelten war, sollte es für mich kein Problem darstellen. Allerdings wird beim Winterzelten der Schnee um das Zelt angehäuft, damit kein Wind durchs Zelt pfeift. Das kann ich hier nicht machen, aber die Durchlüftung ist nicht so schlimm im Schlafsack. Ein guter Tipp ist die heiße Wärmflasche, die mir gute Dienste erwiesen hat.



Trotzdem schrecke ich nachts auf, schaue mich orientierungslos um, bis mir klar wird, dass ich im Zelt liege. Seltsame Geräusche dringen an mein Ohr. Schleicht sich da jemand an? Ein Mensch? Ein Wolf? Ein Bär? Ein Zombie? Sofort habe ich schlimme Bilder im Kopf und das Geräusch kommt wieder. Ok, einfach mal die Taschenlampe anmachen und schauen, was passiert. Es ändert sich nichts, doch wieso hängt mein Zeltdach so durch? Und wieder ein scharrendes Geräusch. Ich habe die Hosen voll, nehme meinen restlichen Mut zusammen und drücke mit der Taschenlampe gegen die Beule. Da sitzt was schweres drauf! Eine Möwe oder vielleicht sogar ein Kranich? Hat der Vogel mein Zelt tatsächlich zum Landeplatz degradiert. So was! Ich drücke etwas kräftiger gegen die Zeltdecke und schon hebt sie sich und ich höre das Vieh wegfliegen. Beruhigt mache ich das Licht wieder aus, wer weiß, was davon alles angelockt wird. Die restliche Nacht war ruhig, ohne morgen begrüßt mich Rauhreif auf den grünen Grashalmen.



Mein Versuch ist leider gescheitert, mein Zelt von Innen so auszuleuchten, dass ich ein tolles Nachtfoto erhalte. Das so wenig Licht nach außen dringt, ist mir bis jetzt nicht klar gewesen. Oder die Taschenlampe hat zuwenig Power...

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