11 Juni 2016

150 Jahre Feuerwehr Hartmannsdorf

Das Programm liest sich gut. Deshalb bin ich mit meiner großen Kamera unterwegs. Der Feuerwehrplatz ist schon gut gefüllt und kaum dass ich da bin, geht es auch schon mit dem nächsten Programmpunkt weiter: Ein Haus brennt, die Jugendfeuerwehr ist benachrichtigt und rückt aus. Kaum sind sie vom Feuerwehrauto gestiegen erhalten sie eine Kurzanweisung. Das Areal wird abgesperrt, die Wasserschläuche ausgerollt und schon wird das Feuer bekämpft. Nach kurzer Zeit ist das Feuer besiegt und die Aufgabe erfüllt. Die Garage hat ein künstlerisches Graffiti erhalten. Ich wünsche ihm ein langes Leben ohne Schmierereien. Kaum ist das Haus gelöscht, wird schon das nächste Problem sichtbar: ein Auto im Verkehrsunfall mit einer eingeklemmten Person. Jetzt kommen die Profis zum Einsatz, denn hier ist jahrelange Erfahrung nötig. Zuerst wird wieder die Lage geprüft und der Einsatz entsprechend geleitet. Die eingeklemmte Person erhält einen persönlichen Betreuer, der beruhigend und helfend auf ihn einwirkt. Die restliche Truppe ist mit Sicherung des Unfallortes beschäftigt und legt die erforderlichen Gerätschaften bereit. Hier zum Beispiel die Rettungsschere. Nachdem die Türen komplett entfernt sind, wird der Verletzte komplett mit seinem Sitz aus dem Auto gezerrt. Anschließend wird er auf die bereit stehende Trage verlegt und die Versorgung kann im Rettungswagen weiter gehen. Zur Demonstration der eingesetzten Technik dürfen wir nun beiwohnen, wie aus einem einfachen Auto ein Cabriolet wird. Nichts leichter als das, hat man die richtige Technik zur Hand. Aber der Einsatz ist trotzdem nicht von Pappe und der Kamerad wird wenn möglich nach 15 Minuten an der Rettungsschere ausgewechselt. Der Rauchmelder-Det hat die Leitung der Jugendfeuerwehr an seinen Nachfolger weitergegeben. Zwölf Jahre war er im Einsatz, dafür bedanken sich alle Anwesenden mit lautem Applaus. Auch die Kinder der Jugendfeuerwehr überreichen Geschenke und haben reichliche Dankesworte vorrätig. Am nettesten finde ich die Antwort eines jungen Mädchen (9 Jahre), die sich für 12 Jahre Jugendfeuerwehr bedankt. Det kennt halt seine Pappheimer ganz genau! Jetzt sind alle Feuerwehrmänner aufgefordert auf die Bühne zu kommen, die daheim ein Frauchen haben. Die Bühne füllt sich, doch was passiert jetzt? Nach einem langen Sirenenton laufen die Feuerwehrfrauen in Feuerwehrklamotten auf den Feuerwehrplatz. Das Publikum ist begeistert, die Frauen tanzen und legen genüsslich die Feuerwehrjacke und den Helm ab. Seither sind sie unter Insidern als die Löschmöpse bekannt :) Die Leute vom Bierwagen geben ihr Bestes, aber die durstige Meute ist in der Überzahl. Darum ist es eine gute Idee, endlich den Festbieranstich zu machen. Zuerst sind einige einleitende Worte vom Feuerwehrchef, Braumeister aus Hartmannsdorf und der Partnergemeinde Schönaich zu hören. Doch dann kommt die heiße Phase. Diese ist aber nach drei Schlägen unspektakulär beendet. Der Zapfhahn steckt im Fass, es fand keine Biervergeudung statt. Schade, ich hatte die Kamera schon auf Sportmodus eingestellt... Das Bier wird weißschäumend aus dem Fass abgelassen, eine gute Gelegenheit für die Schalmeienzunft, der Feuerwehr ein Ständchen zu spielen. Stolz präsentieren sie die neuen Instrumente, die trotz bewölktem Himmel funkelnd und glänzend. Doch die Schalmeien sind heute nicht die einzigsten, die handgemachte Musik erzeugen. Es sind auch die Lautstarken angereist und bringen fetten Bigband-Sound auf den Feuerwehrplatz. Sehr schön und auch die Titelauswahl gefällt mir sehr gut. Ich sollte doch wieder eine Band suchen...

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