01 Februar 2015

Heimfahrt mit Folgen

Den Hartmannsdorfer Berg schiebe ich meistens, die Bergradelei ist mir zu anstrengend. Doch kaum bin ich oben angekommen, schwinge ich mich leichtbeinig aufs Rad, denn es ist schon spät und ich will noch vor Morgengrauen ins Bett. Ich male mir schon den erholsamen Schlaf aus, anschließend noch etwas Volleyball, alles super! Die Wasserschänke fahre ich abgebremst, es ist mächtig kalt. Unten biege ich auf die Hauptstraße, doch ich komme nicht weit, denn mein Hinterrad entscheidet sich für eine andere Route. In hohem Bogen fliege ich vom Drahtesel, rutsche noch bis zur Bordsteinkante und endlich bleibe ich liegen. Ich stehe auf, klopfe den Schnee von der Hose und überlege, mal einen Blick auf meine Hände zu werfen. Handschuh runter, rechts ist alles ok, doch links habe ich zwei Schnittwunden. Ok, jetzt bin ich doch etwas wacklig auf den Beinen und schiebe lieber... Daheim finde ich zwei Pflaster, die sind auch schnell über die Wunde geklebt. Jetzt aber fix ins Bett.

Gegen zwei wache ich gut erholt auf und guck mir nochmals die Hand an. Oje, das sieht ja gar nicht gut aus. bevor ich ins Krankenhaus fahre, will ich noch schnell die verbogene Brille richten. Ergebnis: das Gestell ist nicht mehr so krumm wie vorher, dafür ist ein Glas gesprungen... Gegen halb drei komme ich endlich ins krankenhaus. Ich gebe meine Chipkarte her und schon gehts in den Wartebereich der Notaufnahme. Nur zwei Stunden später schaut sich der junge Arzt meine Wunde an und nachdem ich gebeichtet habe, dass ich erstmal pennen war, schaut er mich nur ungläubig an und hält mir eine ausgewachsene Strafpredigt: max 6 Stunden nach einem Unfall kann die Wunde genäht werden, dafür bin ich aber zu spät.

Nachdem ich einen Verband verpasst bekommen habe, geht es auch schon zum Röntgen. Das geht zügig, allerdings warte ich dann wieder eine Stunde oder mehr. Mein Zeitgefühl schwächelt. Nachdem alle andere Patienten versorgt worden sind, geht es mit meinem Finger weiter. Nichts gebrochen, das ist schon mal gut! Jetzt geht auch die Action los: Tetanusspritze, Tropf, verband runter, Schmerzmittel in den Finger gespritzt und nochmals warten, bis alles wirkt. Dann greift er meinen Finger und zieht, zieht immer mehr, bis endlich ein lautes Plopp ertönt. Alles gutgegangen, der Finger ist noch dran :)

Nun stochert er noch in meiner offenen Wunde rum und prüft, ob Sehnen und Nerven in Ordnung sind. Auch hier sieht es gut aus. Also geht es nochmals zum Röntgen und wieder warten, denn der Papierkram muss auch noch erledigt werden. 20:30 Uhr schleiche ich mich durch das leere Gebäude, bezahle noch meine Parkgebühr von 2,50€ und ab nach Hause... Ich habe meine Firma schon per email informiert, so habe ich am Montag den Kopf frei für meine Erledigungen: zuerst hole ich mir einen großen Batzen Geld, den ich zum Teil gleich mal für Medikamente ausgebe. Nun versuche ich einen Termin bei Maveus Praxisklinik Chemnitz - Handchirurgie zu bekommen. Die Internetseite sieht vielversprechend aus, doch die Wartezimmer sind voll. Deshalb bekomme ich eine Überweisung ins Flemming Krankenhaus Hier ist auch der Wartesaal voll, haben die Leute nix besseres zu tun? Aber ich erhalte einen Termin im Küchwaldklinikum beim Chefarzt. Aber halt erst am Dienstag. Deshalb fahre ich jetzt ins Brillenstudio und hole mir ein modisches Nasengestell :)

Heute hat der Termin geklappt, der Chefarzt hatte zwei Minuten Zeit, aber der Hinweis, dass alles gut aussieht, hat mich trotzdem beruhigt. Da ich drei Wochen krank geschrieben bin, ist ja genügend Zeit zur Genesung :)

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