16 März 2013

Hockstein


Ich radel so vor mich hin und halte auch öfters an, um mich zu vergewissern, dass ich auf dem richtigen Weg zum nächsten Cache bin. Trotzdem erwische ich in Taura die falsche Straße. Und was jetzt? Egal, viele Wege führen nach Rom und zum Cache ebenso. Also fröhlich in die Pedale getreten, denn es geht bergauf. Oben sehe ich einen Lehrpfad, der allerdings für Radfahrer verboten ist. Vorbildlich lasse ich den Trampelpfad links liegen und fahre weiter auf der geteerten Straße. Nach einigen Metern später stehe ich allerdings vor dem Problem, entweder umzudrehen, oder einem schmalen Pfad zu folgen. Kein Problem, mein Winterbike ist geländegängig :) Mühsam schiebe ich das Zweirad rauf und runter über unwegsames Gelände. Erschreckt stelle ich fest, dass ich doch auf dem Lehrpfad gelandet bin. Aber jetzt gibt es keine Rückkehr mehr. Als ich das Schild zur Bärenhöhle entdecke, läuft mir ein kalter Schauer über den Rücken, aber falls doch ein Bär in der Höhle sein sollte, hält der zum Glück Winterschlaf. Aber die Höhle ist leer und auch nicht sehr groß. Zurück am Rad checke ich nochmals mein Handy und entdecke einen Multicache, der genau die Bärenhöhle als Zwischenstation hat. Neugierig lese ich das ganze Listing und bemerke schnell, dass ich Stage 1 unbewusst besucht hatte. Ich habe also alle Informationen beisammen und kann zum Finale laufen. Jetzt wird es richtig kompliziert, mein Rad zu bewegen, ohne selber zu stürzen: die Stufen sind komplett verschneit und nur zu erahnen. Der Handlauf des Geländers ist ein morscher Ast, der wenig Vertrauen erweckend ist. Doch das Adrenalin lässt mich zu Herkules werden und endlich bin ich am Hockstein. Das ist ein kleiner Steinhaufen und der oberste Stein wiegt lächerliche 35 Tonnen. Aber der liegt dort schon lange...
4 Sternchen bei der Terrainwertung zeigt mir sofort, dass ich zwischen den Steinchen rumklettern muss. Das lasse ich mir auch nicht zweimal sagen, obwohl das Listing eindeutig abrät, bei Schnee und Regen den Cache zu suchen. Pfff, sieht ja keiner! Natürlich entscheide ich mich erstmal für die falsche Spalte, die natürlich nicht zum Erfolg führt. Da ich aber eh schon Blut geleckt habe, geht es auch noch durch den unwegsamen Teil. Spuren von anderen Cachern kann ich keine entdecken, dafür ein verräterischer Steinhaufen. Treffer! Jetzt bin ich total happy und halte gerade das Logbuch in der Hand, als ich unten vom Wanderweg eine Gruppe Muggels nähert. Ich schaue also etwas gelangweilt in den Himmel, als ob es das natürlichste der Welt ist, mitten im Winter in luftiger Höhe in einer Felsspalte zu sitzen. Der ältere Rentner entdeckt mich sofort und erkundigt sich augenblicklich, ob denn der Cache noch da ist! Ich grinse blöd und freue mich, auch mal verständnisvolle Muggels anzutreffen. Denn selber ist er kein Cacher. Dafür fragt er noch nach der Bärenhöhle, die früher auch einen Cache beherbergte. Auf meiner Karte ist da aber nichts zu finden... Nach meinem Log klettere ich wieder zum Bike und lege eine Teepause ein. Etwas warmes im Bauch ist jetzt genau das richtige. Der Abstieg mit dem Bike verläuft problemlos. Ein toller Cache!
Geocache #290: Hockstein

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