04 August 2012

Wacken 2012

Zwei Transporter kämpfen sich in Richtung Norden, Kilometer um Kilometer verringert sich der Abstand zum Zielort: Wacken! Kurze Zwischenstopps werden nur für menschliche Bedürfnisse gemacht. Dieses Mal sind wir ein vierer Dreamteam. Der Kofferraum ist voll mit Dosenbier. In Wacken angekommen regnet es und wir schauen uns ratlos an. Egal, wir fahren jetzt aufs Gelände!
Der erste Schock! Entweder waren wir an einer anderen Stelle auf das Gelände gefahren oder unser geliebtes 'U' war voll oder abgesoffen. So zuckelten wir an saftigen grünen Wiesen vorbei in Richtung 'H'. Kaum angekommen erhalten wir die Info, dass wir hier das Auto parken und unser Zelt auf einer anderen Parzelle aufbauen sollen. Autos und Zelt getrennt? Das geht ja gar nicht! Wir bemerken, dass auch andere Metalheads das nicht umsetzen wollen und einige Zelte stehen schon. Zum Glück entfernte sich das Auto hinter uns und wir rangierten um, damit hatten wir genug Platz für unsere beiden kleinen Zelte und den Versorgungstrackt.
Für die Stromversorgung hatten ein paar Leute auf unserem Parkplatz ihr Agregat aufgebaut, was dezent vor sich hin knatterte. Ich hatte mich für eine leise Variante entschieden und mein Solarpanel mitgebracht, das ich einfach aufs Amaturenbrett legte. Schnell noch den Akku angeschlossen und fertig! Wir konnten unsere Handys tatsächlich alle aufladen.
Für die Bilder hatte ich meine große Kamera dabei und mein Handy. Allerdings hatte ich mir schon vorgenommen, dass ich die meisten Fotos mit dem Handy mache. Dort steht mir zwar kein Zoom zur Verfügung, aber ich bin ja gut zu Fuss...
Ich habe mir eine Gedankenstütze mit der Wacken-App gebastelt, damit ich auch später nochmals nachvollziehen kann, was ich alles gesehen habe. Als ich in der Nacht von Samstag auf Sonntag nicht schlafen konnte, weil die Musik so laut hämmerte, machte ich noch schnell eine Lärmpegelmessung. 01:35 Uhr. Im Zelt. Luftlinie ungefähr 800m zur True Metal Stage:
Kulinarisch wurde ich auch fleischlos fündig, besonders lecker war Knoblauchbrot mit Käse überbacken, auch sehr zu empfehlen war gegrillte Pute mit Sauerkraut im Brötchen. Als bayrische Spezialität gab es Currywurst, allerdings wurde die Wurst gekocht und die aufgeschnittenen Scheiben schwammen in einer Tomatensoße. Seltsam, und so was ist typisch in Bayern? Wir haben uns aber auch selber verpflegt und da durften Bohnen nicht fehlen. Zum Glück hatten wir anschließend genügend Auslauf :)
Die Metalheads bekommen aber nicht nur harte Musik zu hören, sondern auch die Feuerwehr, Gaukler, Wrestler, Schlammcatchen, Poker, Wikinger, Pfahlsitzen und tausend Angebote mehr...
Zurück in Chemnitz musste ich zuerst mein nasses Zelt nochmals aufbauen. Dieses Mal im dunklen Trockenraum in meinem Keller. Vorsichtshalber legte ich noch einen Zettel dazu. Meine Schuhe säuberte ich mit einer groben Bürste und musste dreimal frisches Wasser dazu nehmen... Jetzt habe ich den geheiligten Mutterboden von Wacken auf meinem Balkon :D
Nächstes Jahr fällt für uns Wacken aus, Zeit genug, bis zum 25-jährigen Gummistiefel und Schneeketten zu versorgen. Zum Abschluss noch mein Lieblingsspruch von Ossi: Sonne ist kein Heavy-Metal!

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